Vitamin D stärkt Muskeln und Lebensqualität: Neue Erkenntnisse für Menschen mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen

Vitamin D stärkt Muskeln und Lebensqualität: Neue Erkenntnisse für Menschen mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen

Vitamin D rückt immer stärker in den Fokus der Forschung, wenn es um die Gesundheit von Muskeln und Rücken geht. Patienten mit degenerativen Erkrankungen der Lendenwirbelsäule erleben häufig eine deutliche Einschränkung ihrer Beweglichkeit und Lebensqualität. Neue wissenschaftliche Daten machen jedoch Hoffnung: Durch regelmäßige Vitamin-D-Einnahme lassen sich nicht nur die Muskelkraft, sondern auch Schmerzempfinden und Alltagstauglichkeit positiv beeinflussen. Damit eröffnet sich ein vielversprechender Ansatz, der die Behandlungsmöglichkeiten entscheidend erweitern könnte.

Degenerative Erkrankungen der Lendenwirbelsäule, von denen Menschen jeden Alters, aber insbesondere ältere Menschen betroffen sind, gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für akute oder chronische Schmerzen und Einschränkungen im Alltag. Beispiele für degenerative Erkrankungen der Lendenwirbelsäule sind Zustände wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose (=Einengung des Spinalkanals) oder Facettengelenksarthrose (=Arthrose der kleinen Wirbelgelenke). Damit einher gehen häufig Symptome wie Rückenschmerzen, Gehschwierigkeiten und verringerter Muskelanteil. 

In einer kürzlich durchgeführten prospektiven Kohortenstudie von Dechsupa et al. (2025) wurden 115 Patienten im Alter zwischen 50 und 80 Jahren mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen untersucht (1). Alle Teilnehmenden hatten niedrige Vitamin-D-Spiegel (< 30 ng/mL). Über sechs Monate erhielten sie wöchentlich 40.000 Internationale Einheiten Vitamin D2 (Ergocalciferol). Vor und nach der Intervention wurden Körperzusammensetzung, Muskelkraft, Beweglichkeit, Schmerzintensität und Lebensqualität gemessen. 


Ergebnisse: Mehr Muskelmasse, weniger Schmerzen

Die Einnahme von Vitamin D führte zu deutlichen Verbesserungen bei den Probanden: 

  • Vitamin-D-Status: Der Medianwert¹ stieg von 24,9 ng/mL auf 43,1 ng/mL, 85 % der Patienten erreichten einen ausreichenden Wert (definiert als >30 ng/mL). 
  • Körperzusammensetzung: Die Muskelmasse nahm signifikant zu, während Körperfett und Taillenumfang abnahmen. 
  • Beweglichkeit und Funktion: Tests wie der Balance-Test², die Gehgeschwindigkeit und der Chair-Stand-Test³ zeigten klare Verbesserungen. 
  • Schmerz und Lebensqualität: Schmerzwerte (VAS⁴) und der Oswestry Disability Index (ODI)⁵ sanken deutlich, während die Lebensqualität (EQ-5D-5L) spürbar anstieg. 

Die Studie zeigt, dass eine sechsmonatige hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung messbare Vorteile bei Rückenschmerzpatienten bringt. Es traten keine relevanten Nebenwirkungen bei den Studienteilnehmern auf. Die Studienautoren empfehlen, Vitamin D stärker in die therapeutischen Strategien einzubeziehen, um Lebensqualität und Beweglichkeit dieser Patientengruppe gezielt zu verbessern. 


Fazit: 

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Vitamin D nicht nur die Muskelmasse, sondern auch die körperliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität von Patienten mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen verbessern kann. Vitamin D2 stellt somit eine sichere, kosteneffiziente und leicht verfügbare Möglichkeit dar, klassische Behandlungskonzepte bei degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen zu unterstützen und Beschwerden nachhaltig zu lindern. 


¹ Medianwert = mittlerer Wert einer Datenreihe. 50% der gemessenen Werte sind kleiner und 50% sind größer als der Medianwert. 

² Der Balance-Test bewertet das Gleichgewicht des Körpers, ohne die Unterstützung einer Gehhilfe, anhand von drei stehenden Positionen für 10 Sekunden: 1. mit geschlossenen Füßen stehen, 2. mit der Seite der Ferse eines Fußes die Großzehe des anderen Fußes berühren und 3. mit der Ferse eines Fußes vor den Zehen des anderen Fußes stehen und diese berühren. 

³ Der Chair-Stand-Test misst die Zeit in Sekunden, die benötigt wird, um fünfmal so schnell wie möglich aus einem Stuhl mit Stehhöhe aufzustehen, während die Arme über der Brust verschränkt werden. 

⁴ Alle Teilnehmer wurden hinsichtlich Rücken- und Beinschmerzen mit dem Visual-Analog-Skala (VAS)-Instrument bewertet. Die Skala bietet eine ordinale Skala von 0 bis 10. Ein höherer Wert bedeutet eine stärkere Schmerzintensität. Die Teilnehmer wurden angewiesen, ihre aktuelle Schmerzintensität durch das Markieren einer Linie anzugeben. 

Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigungen wurden mit dem Oswestry Disability Index (ODI)-Fragebogen beurteilt, der zur Bewertung von Wirbelsäulenerkrankungen empfohlen wird. Der Fragebogen deckt folgende Bereiche ab: Schmerzintensität, Körperpflege, Heben, Gehen, Sitzen, Stehen, Schlaf, sexuelle Aktivität, soziales Leben und Reisen. 

 

Quellenangaben:

(1) Dechsupa, S., Yingsakmongkol, W., Limthongkul, W., Singhatanadgige, W., Assawakosri, S., & Honsawek, S. (2025). Vitamin D supplementation improves muscle mass, physical function, and quality of life in patients with degenerative lumbar disease. Clinical and Translational Science, 18(8), e70315. https://doi.org/10.1111/cts.70315

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PCOS im Fokus: Vitamin D verbessert Zyklus und Hormonbalance beim Polyzystischen Ovarialsyndrom

PCOS im Fokus: Vitamin D verbessert Zyklus und Hormonbalance beim Polyzystischen Ovarialsyndrom

Vitamin D steht beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) zunehmend im Fokus der medizinischen Forschung. Während Betroffene oft mit unregelmäßigen Zyklen, hormonellen Dysbalancen und eingeschränkter Fruchtbarkeit kämpfen, deutet eine kürzlich erschienene Studie von Tóth et al. (2025) darauf hin, dass eine Vitamin-D-Supplementierung entscheidende Verbesserungen für PCOS-betroffene Frauen bringen kann. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Symptome mit PCOS einhergehen und welche Verbesserungen in der Studie durch Vitamin D erzielt werden konnten.


Was ist PCOS?

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist mit 5-10 % eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter (1). Es handelt sich um ein Syndrom, also ein Bündel mehrerer Symptome, das unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Typische Merkmale sind:

  • Zyklusunregelmäßigkeiten: seltene oder ausbleibende Eisprünge, die zu einem erschwerten Schwangerschaftseintritt führen können (1),
  • Hormonstörungen: erhöhte männliche Hormone (Androgene), die zu Akne, Haarausfall oder verstärkter Körperbehaarung führen können,
  • Veränderte Ovarialmorphologie: In den Eierstöcken finden sich viele kleine Follikel (=Hüllen der heranreifenden Eizellen im Eierstock), die oft nicht zur Reifung gelangen („polyzystisch“).

Frauen mit PCO-Syndrom sind häufig übergewichtig, was auf eine periphere Insulinresistenz zurückzuführen ist (1). Diese wiederum erhöht das Risiko an Diabetes zu erkranken.


Auswirkungen von Vitamin D auf PCOS

Das Team um den Wissenschaftler Béla Tóth hat in einer kürzlich neu veröffentlichten Studie (April 2025) die Effekte einer Vitamin-D-Supplementierung auf Zykluslänge, Hormonspiegel, Ovulationsrate (=Häufigkeit des Eisprungs) und Ovarialmorphologie, d.h. die Struktur und das Aussehen der Eierstöcke (insbesondere die Anzahl und Größe der Follikel) im Eierstock, untersucht. Das Vorhandensein von Vitamin-D-Rezeptoren in Eierstockzellen ließ die Wissenschaftler vermuten, dass Vitamin D eine Rolle bei der Steroidogenese (=Synthese der Sexualhormone) von Frauen spielt, indem es die Aktivität wichtiger Enzyme moduliert, die an diesem Prozess beteiligt sind.

Studiendesign: Die Untersuchung wurde als randomisierte, doppelt verblindete, placebokontrollierte klinische Studie durchgeführt. 

Teilnehmerinnen: 115 Frauen mit PCOS, 18–46 Jahre alt, Vitamin-D-Spiegel zwischen 10 und 30 ng/mL. 

Intervention: 30.000 I.E. Vitamin D3 pro Woche über 12 oder 24 Wochen, ergänzt durch Kalzium bei Teilnehmerinnen mit einer geringeren Kalziumaufnahme als 1000 mg/Tag über die Ernährung  

Vergleichsgruppen: 

  • D12-Gruppe: 12 Wochen Placebo, danach 12 Wochen Vitamin D 
  • D24-Gruppe: 24 Wochen Vitamin D durchgehend

Erfasst wurden Zykluslänge, Ovulationsrate, Ovarialmorphologie (via Ultraschall) sowie Hormonwerte (u. a. Testosteron, Estradiol, LH/FSH-Ratio). 


Zentrale Ergebnisse

Verbesserte Zyklusregularität

Nach 12 Wochen Vitamin-D-Gabe verkürzte sich die durchschnittliche Zykluslänge signifikant. Besonders Frauen mit sehr langen oder unregelmäßigen Zyklen zeigten deutliche Verbesserungen. In der D24-Gruppe berichteten nach 24 Wochen über drei Viertel der Patientinnen von einer stabileren Zyklusregularität.

Einfluss auf den Hormonhaushalt 

Bei hyperandrogenen Patientinnen (erhöhtes Testosteron/Androstendion) konnte Vitamin D die Testosteronwerte signifikant senken. Vor allem Frauen mit einem LH/FSH-Verhältnis >2 zeigten eine hormonelle Verbesserung und eine Zunahme des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG).

Steigerung der Ovulationsrate 

Die Rate nachweisbarer Ovulationen stieg von etwa 40 % vor der Supplementierung auf bis zu 65 % nach Vitamin-D-Gabe. Besonders profitieren konnten Patientinnen mit einem erhöhten LH/FSH-Verhältnis, deren Ovulationsrate sich durch die Behandlung nahezu verdoppelte. 

Veränderungen der Ovarialmorphologie 

Nach 12 Wochen Vitamin-D-Therapie zeigte sich bei etwa 20 % der Teilnehmerinnen eine Normalisierung der Ovarialstruktur im Ultraschall. Damit deutet die Studie auf mögliche strukturelle Verbesserungen im Eierstock hin.


Fazit

Die Studie liefert starke Hinweise darauf, dass Vitamin D bei Frauen mit PCOS sowohl die Zyklusregularität als auch die Ovulationsrate verbessern und hormonelle Dysbalancen günstig beeinflussen kann. Besonders Frauen mit Hyperandrogenismus oder erhöhtem LH/FSH-Verhältnis profitieren von der Supplementierung. Vitamin D könnte damit als kostengünstige, sichere und wirksame Ergänzung in der Therapie von PCOS dienen – entweder allein oder begleitend zu anderen Behandlungsansätzen. 

Quellenangaben:

(1) Tóth, Béla E., et al. Effects of Vitamin D3 Treatment on Polycystic Ovary Symptoms: A Prospective Double-Blind Two-Phase Randomized Controlled Clinical Trial. Nutrients, vol. 17, no. 7, 2025, p. 1246. MDPI, https://doi.org/10.3390/nu17071246.

(2) Universitätsklinikum Bonn. (o. J.). Das PCO-Syndrom. Abgerufen am 19. September 2025, von https://www.ukbonn.de/gynaekologische-endokrinologie-und-reproduktionsmedizin/behandlungsspektrum/hormonstoerungen/das-pco-syndrom/

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Vitamin D und ADHS bei Kindern: Neue Erkenntnisse zur unterstützenden Behandlung

Vitamin D und ADHS bei Kindern: Neue Erkenntnisse zur unterstützenden Behandlung

Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Kindern – und könnte sogar Einfluss auf die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben. Könnte eine gezielte Einnahme helfen, Symptome wie Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten zu lindern? In diesem Artikel fassen wir die Ergebnisse einer brandneuen Studie zusammen, die diesen Zusammenhang untersucht hat.


Vitamin D wird zunehmend mit neurokognitiven Prozessen in Verbindung gebracht. So spielt Vitamin D u.a. eine Rolle bei der Regulation von Neurotransmittern und der Modulation entzündlicher Prozesse. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigen in Studien häufig niedrigere Serumspiegel von Vitamin D im Vergleich zu gesunden Kontrollgruppen, was ihre Symptome verstärken könnte.

Eine im Jahr 2025 im PCMC Journal veröffentlichte Studie von Latorre und Mañalac bewertete den Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung auf die Kernsymptome von ADHS bei Kindern (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität). Die beiden Forscherinnen führten dazu eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse durch.

In die Analyse eingeschlossen wurden 6 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit Kindern unter 18 Jahren, bei denen Vitamin D im Vergleich zu Placebo getestet wurde. Die Vitamin D-Dosen in den Studien variierten von 1000 I.E. pro Tag bis hin zu 50.000 I.E. pro Woche über Zeiträume zwischen 6 und 12 Wochen.


Ergebnisse:

Die Analyse zeigte eine signifikante Verbesserung der ADHS-Symptome bei Kindern, die Vitamin D zusätzlich zur Standardtherapie erhielten:

  • Gesamtsymptomatik: SMD* = -0,59 (95% KI: -1,06 bis -0,11; p = 0,01)
  • Unaufmerksamkeit: SMD* = -0,61 (95% KI: -1,00 bis -0,23; p = 0,002)
  • Hyperaktivität/Impulsivität: SMD* = -0,64 (95% KI: -1,08 bis -0,20; p = 0,004)

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Vitamin-D-Supplementierung als ergänzende Therapie zu medikamentöser Behandlung die Symptome von ADHS bei Kindern lindern kann. Es traten keine relevanten Nebenwirkungen auf.


Fazit:

Gerade weil ADHS den Alltag der betroffenen Familien stark beeinflusst, sollten Eltern und Behandelnde die Versorgung mit Vitamin D nicht dem Zufall überlassen. Eine Vitamin-D-Supplementierung ersetzt keine bestehende ADHS-Therapie, könnte aber deren Wirkung unterstützen – vorausgesetzt, eine ärztliche Überwachung und Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels erfolgen.

Weitere Studienergebnisse zu Vitamin D und ADHS finden sie hier >>


* SMD steht für Standardized Mean Difference, zu Deutsch standardisierte Mittelwertdifferenz. Sie ist ein Maß für die Effektstärke, das die Differenz zweier Mittelwerte in Einheiten der Standardabweichung ausdrückt, anstatt in der ursprünglichen Einheit der Messung. Die SMD wird insbesondere dann eingesetzt, wenn derselbe Endpunkt (hier: die Verbesserung der ADHS-Symptome) in verschiedenen Studien mit unterschiedlichen Skalen gemessen wurde. In den analysierten Studien wurden zur Beurteilung der ADHS-Symptomatik die folgenden Skalen verwendet: Conners Parent Rating Scale (am häufigsten verwendet), Wisconsin’s Card Sorting Test, ADHD Rating Scale, Weekly Parent Ratings of Evening and Morning Behavior, Conners Parent Questionnaire, Continuous Performance Test, Strengths and Difficulties Questionnaire. SMDs von 0,2, 0,5 und 0,8 werden üblicherweise als klein, mittel und groß angesehen.

Vitamin-D-Studien verstehen: Wie individuelle und methodische Faktoren Studienergebnisse beeinflussen

Vitamin-D-Studien verstehen: Wie individuelle und methodische Faktoren Studienergebnisse beeinflussen

Vitamin D ist eines der meistuntersuchten Vitamine – und trotzdem herrscht oft Verwirrung. Während manche Studien von großen gesundheitlichen Vorteilen berichten, bleiben andere ohne klare Effekte. Wie kann das sein? Die Antwort liegt in der Vielzahl an Einflussfaktoren: Ausgangswerte, Alter, genetische Unterschiede oder Dosierung – all das verändert das Ergebnis. Dieser Artikel gibt einen fundierten Überblick darüber, warum Studien zu Vitamin D so unterschiedlich ausfallen.


Im Januar veröffentlichte Shruti Singh mit seinem wissenschaftlichen Team einen wissenschaftlichen Artikel, der einen umfassenden Überblick über die Ursachen inkonsistenter Resultate in Studien mit Vitamin-D-Supplementierung gibt. Dazu identifizierten und bewerteten die Autoren individuelle, methodische und kontextuelle Einflussfaktoren in zahlreichen Publikationen, – darunter randomisierte kontrollierte Studien¹ (RCTs), Beobachtungsstudien²  und Metaanalysen³ . Die wichtigsten Erkenntnisse von Singh und seinen Kollegen haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.


Individuelle Faktoren: Warum Vitamin D nicht bei allen gleich wirkt

Die Wirkung von Vitamin D hängt stark vom jeweiligen Ausgangszustand und biologischen Merkmalen von Studienteilnehmenden ab. Dieselbe Supplementierung kann daher bei unterschiedlichen Personen sehr unterschiedliche Wirkungen entfalten. Individuelle Faktoren sollten in Studien immer analysiert und berücksichtigt werden.

  • Niedrige Ausgangswerte (“Baseline”-Werte) begünstigen stärkere Effekte. Das heißt: Studienteilnehmer, die bereits ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, profitieren oft weniger von einer zusätzlichen Gabe. Besonders effektiv wirkt Vitamin D hingegen bei Personen mit niedrigem 25(OH)D-Spiegel.
  • Mit zunehmendem Lebensalter sinkt die Fähigkeit der Haut, Vitamin D aus Sonnenlicht zu synthetisieren.
  • Ethnizität und Hautfarbe beeinflussen ebenfalls die körpereigene Synthese: Menschen mit dunkler Haut benötigen mehr UVB-Strahlung, um die gleiche Menge Vitamin D zu produzieren wie hellhäutige Personen.
  • Ein weiterer Aspekt ist die genetische Ausstattung: Polymorphismen in Genen wie VDR (Vitamin-D-Rezeptor) oder CYP2R1 können darüber entscheiden, wie gut Vitamin D aufgenommen, transportiert und verstoffwechselt wird. Manche Menschen benötigen daher höhere Dosen, um den gleichen Effekt zu erzielen wie andere.
  • Auch der Body-Mass-Index (BMI) ist relevant: Vitamin D ist fettlöslich und wird im Fettgewebe gespeichert. Menschen mit Übergewicht oder Adipositas weisen daher oft niedrigere zirkulierende Konzentrationen auf – selbst bei identischer Zufuhr.
  • Bei Patienten mit chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen kann die Produktion, Aktivierung und Umwandlung von Vitamin D aufgrund eines beeinträchtigten Stoffwechsels erschwert sein.

Neben biologischen Faktoren spielt auch der Lebensstil der Studienteilnehmer eine Rolle: Im Rahmen einer Studie wirkt sich neben einer Vitamin-D-Supplementierung natürlich auch die körpereigene Vitamin-D-Synthese durch Sonnenlicht auf die Studienergebnisse aus. Diese kann je nach Lebensstil stark variieren und sollte daher bei der Interpretation der Ergebnisse mitberücksichtigt werden.

  • Ein höherer sozioökonomischer Status korreliert mit gesünderen Gewohnheiten, die sich auf den Vitamin-D-Spiegel auswirken.
  • Zudem beeinflussen Ernährung und Medikamente den Vitamin-D-Spiegel. Eine magnesiumarme Ernährung kann die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Formen hemmen; bestimmte Medikamente (z. B. Antiepileptika oder Glukokortikoide) beschleunigen den Abbau des Sonnenhormons.
  • Insbesondere kann ein Mangel an Sonnenlicht – etwa durch Indoor-Berufe, Jahreszeit oder Breitengrad – die körpereigene Produktion erheblich einschränken. Auch kulturelle Gewohnheiten, etwa Kleidung, Aufenthalt im Freien oder Sonnenvermeidung, spielen eine Rolle.

Methodische Einflüsse: Dosierung, Dauer und Design machen den Unterschied

Nicht nur die Teilnehmenden unterscheiden sich – auch die Studiendesigns selbst tragen erheblich zur Heterogenität der Ergebnisse bei.

  • Eine zentrale Rolle in Vitamin-D-Interventionsstudien spielt natürlich die Dosierung: Studien verwenden teilweise sehr unterschiedliche Mengen – von niedrigen Erhaltungsdosen bis hin zu extrem hohen Bolusgaben. Letztere führen oft zu einem raschen, aber kurzzeitigen Anstieg der 25(OH)D-Spiegel, während kontinuierliche tägliche Dosen eine gleichmäßigere und nachhaltigere Versorgung sicherstellen. Hinzu kommt, dass für bestimmte therapeutische Ergebnisse häufig spezifische Vitamin-D-Dosen erforderlich sind
  • Auch die Dauer der Supplementierung beeinflusst die Ergebnisse maßgeblich. Einige gesundheitliche Effekte, wie z. B. eine verbesserte Knochendichte oder ein reduziertes Frakturrisiko, zeigen sich meist erst nach längerer Einnahme über mindestens ein bis zwei Jahre. Dagegen können immunologische Vorteile, etwa eine geringere Infektanfälligkeit, bereits nach wenigen Monaten sichtbar werden.
  • Die Frequenz der Gabe ist ein weiterer relevanter Faktor. Tägliche Einnahmen gelten als effektiver und sicherer als monatliche oder jährliche Hochdosisgaben.
  • Auch der Verabreichungsweg spielt eine Rolle: Die orale Gabe ist in den meisten Studien üblich, doch vereinzelt kommen auch intramuskuläre Injektionen zum Einsatz. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bioverfügbarkeit und Wirkungsdauer.
  • Zudem kann die Kombination mit anderen Nährstoffen – insbesondere Magnesium, Vitamin K oder Omega-3-Fettsäuren – die Wirkung von Vitamin D verstärken oder modulieren. Studien, die solche Einflussfaktoren nicht kontrollieren, liefern entsprechend schwer interpretierbare Ergebnisse.
  • Schließlich wirken sich auch methodische Qualitätsmerkmale aus: unzureichende Stichprobengrößen, fehlende Randomisierung oder unklare Zielparameter können zu verfälschten oder nicht generalisierbaren Resultaten führen.
  • Unklare Referenzwerte: Unterschiedliche Definitionen von "Mangel" und Vitamin-D-Zielwerten erschweren die Vergleichbarkeit der Studien.

Diese Vielzahl methodischer Unterschiede zeigt, wie wichtig es ist, Studiendesigns sorgfältig zu analysieren, bevor aus den Ergebnissen allgemeingültige Empfehlungen abgeleitet werden.


Empfehlungen für die Zukunft

Die Autoren betonen, dass zukünftige Studien besser individualisiert und differenziert durchgeführt werden müssen. Dazu empfehlen Sie folgende Maßnahmen:

  • Stratifizierung nach Baseline-Werten und genetischen Profilen: Eine Stratifizierung bedeutet, dass man die Studienteilnehmer basierend auf bestimmten Eigenschaften in verschiedene Untergruppen einteilt, um Störfaktoren zu kontrollieren und genauere Ergebnisse zu erhalten. Stratifiziert man beispielsweise die Teilnehmer nach ihrem Baseline-Vitamin-D-Spiegel (Aufteilung in niedriger, mittlerer und hoher Ausgangswert zu Studienbeginn), kann der Effekt der Supplementierung pro Gruppe analysiert werden.
  • Berücksichtigung von Ernährung, Medikamenten und Selbstmedikation
  • Verwendung standardisierter Labormethoden zur 25(OH)D-Bestimmung
  • Verzicht auf Einheitsdosen zugunsten personalisierter Supplementierung

Fazit: Vitamin D – wirksam, aber nicht für alle gleich

Die Wirkung von Vitamin D ist wissenschaftlich belegt, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig nachweisbar. Die uneinheitlichen Ergebnisse vieler Studien lassen sich durch eine Vielzahl an Einflussfaktoren erklären – von der Biologie der Probanden bis zum Studiendesign. Für die Praxis und Forschung bedeutet das: Nur mit maßgeschneiderten Ansätzen lässt sich das volle gesundheitliche Potenzial von Vitamin D nutzen und wissenschaftlich nachweisen.


¹ Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs): Bei RCTs handelt es sich um experimentelle Studien, bei denen die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in eine Interventionsgruppe, die Vitamin D erhält, und eine Kontrollgruppe, die kein Vitamin D erhält, eingeteilt werden. Dieses Studiendesign ermöglicht eine möglichst unbeeinflusste Bewertung der kausalen Wirkung der Vitamin-D-Gabe. Eine RCT-Studie könnte beispielsweise der Frage nachgehen, ob die tägliche Einnahme von Vitamin D (im Vergleich zu Placebo) die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen bei Erwachsenen reduziert.

² Beobachtungsstudien: In Beobachtungsstudien werden die Teilnehmer hinsichtlich ihres Vitamin-D-Status oder -Verbrauchs beobachtet, ohne dass eine Intervention seitens der Forscher erfolgt. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Vitamin D und bestimmten Gesundheitsparametern oder Krankheitsrisiken zu identifizieren. Im Vergleich zu RCTs haben Beobachtungsstudien eine geringere Aussagekraft und können keine Kausalzusammenhänge nachweisen. Eine Fragestellung einer Beobachtungsstudie könnte beispielsweise lauten: Besteht ein Zusammenhang zwischen den Vitamin-D-Spiegeln im Blut und dem Risiko, an Osteoporose zu erkranken?

³ Metaanalysen: Metaanalysen sind systematische Übersichtsarbeiten, die die Ergebnisse mehrerer unabhängiger Studien zu einem bestimmten Thema, beispielsweise Vitamin D und Gesundheit, statistisch zusammenfassen. Durch die zusammengefasste Analyse wird eine höhere statistische Aussagekraft erreicht. Die größte Aussagekraft haben Metaanalysen, die die Ergebnisse hochwertiger RCTs einbeziehen.

Der optimale Vitamin D-Spiegel – wie hoch sollte er sein?

Der optimale Vitamin D-Spiegel – wie hoch sollte er sein?

Anfang Februar 2022 erschien ein bemerkenswerter Artikel im Journal Nutrients. Diese kritische Betrachtung von Vitamin D-Forschungsergebnissen stand unter der Federführung von William B. Grant, PhD, einem guten Bekannten aus der Vitamin D-Forschung, der auch schon Teilnehmer einer der Kongresse der Akademie für Menschliche Medizin war. Für diese Arbeit versammelte er ein internationales Forscherteam aus Europa und Saudi-Arabien.

Der Artikel startet mit folgender Hammer-Aussage, die für uns zwar nichts Neues ist, aber das Thema Vitamin D nach wie vor zu einem der brisantesten Gesundheitsthemen machen:

Vitamin-D-Mangel ist der weltweit am häufigsten auftretende Nährstoffmangel, obwohl Vitamin D eine der am besten erforschten Substanzen ist. Trotz alledem ist ein Vitamin-D-Mangel (weniger als 20 ng/ml) sehr häufig und betrifft etwa die Hälfte der Weltbevölkerung.“

Ziel dieser Arbeit war es Antworten zu folgenden Fragen zu finden:

  1. Können wir einen Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Krebs, Diabetes mellitus Typ 2, Alzheimer sowie COVID-19 und einem niedrigen Vitamin D-Spiegel zeigen? (Anm.: Es wurden gezielt jene Erkrankungen ausgesucht, die die höchste Verbreitung bzw. Sterblichkeitsrate haben.)
  2. Wo liegen die Mindestwerte der Vitamin D-Spiegel, die wahrscheinlich diese Krankheitsbilder vermeiden?
  3. Wie hoch sollte eine Ergänzung mit Vitamin D sein, um in den wünschenswerten Bereich zu kommen?
  4. Welche Arten von Studien gibt es und wie ist deren Aussagekraft? Wo sind die Stärken und Grenzen der verschiedenen Studientypen?

Macht Vitamin D-Mangel krank und erhöht er die Sterblichkeit?

Dazu trugen die Forscher Daten aus 135 Quellen zusammen. Nicht ganz überraschend konnten sie für alle Krankheiten einen Zusammenhang von suboptimalen Vitamin D-Konzentrationen und erhöhter Krankheitshäufigkeit feststellen. Bei fast allen Meta-Analysen zeigte sich dieses auch für die Gesamtsterblichkeit. Also, die Sterblichkeit unabhängig von der Todesursache. Damit ist es für Vitamin D nahezu eindeutig nachgewiesen, dass es lebensverlängernd wirkt. Interessant dabei ist, dass die Vergleichsgruppen mit guten bzw. ausreichenden Blutspiegeln nur Werte von mehr als 30 bzw. 40 ng/ml haben mussten. Auch gegenüber diesen Werten zeigten sich bei Menschen mit niedrigen Spiegeln von 20 oder 10 ng/ml deutlich häufiger die verschiedenen Krankheiten.

Wie hoch sollte der Vitamin-D-Spiegel mindestens sein?

Am interessantesten für uns und wahrscheinlich auch für Sie sind die Antworten auf die Frage Nr. 2.

Dazu haben die Forscher freundlicherweise eine Tabelle erstellt, die die Ergebnisse übersichtlich darstellt und die wir Ihnen hier zeigen.

Die dargestellten Werte der Vitamin D-Konzentration (3. Spalte) stehen für die Schwelle zwischen eindeutigem Krankheitsbeitrag und wahrscheinlichem Krankheitsschutz. Diese reichen von 25 ng/ml bis 60 ng/ml. Alle diese Konzentrationen liegen über dem vom Institute of Medicine, USA, empfohlenen Wert von 20 ng/ml, der allein auf dem Bedarf für die Knochengesundheit beruht. Die Zahlen zeigen klar, dass ein Wert von weniger als 30 ng/ml nicht mit Gesundheit vereinbar sein kann. Ein Wert von mehr als 40 ng/ml sollte es schon sein, wobei wirklich ratsam ein Wert über 50 ng/ml ist. Immerhin vier Bereiche (Brustkrebs, SARS-CoV-2 Infektion, COVID-19 Sterblichkeit und Diabetes mellitus Typ 2) verlangen diesen Mindestwert, um auf der sicheren Seite zu sein.

Wie viel Vitamin D soll ergänzt werden?

Der Bereich der Vitamin D-Konzentration im Blut von 30-40 ng/ml könnte durch eine Ergänzung von 2000 bis 4000 I.E./Tag erreicht werden. Was notwendig ist, um höhere Blutspiegel zu erreichen, ist momentan nicht sicher zu sagen, da es leider zu wenig Daten gibt. Durch zwei Studien gibt es Fingerzeige: Eine kanadische Studie kam zum Schluss, dass es für Normalgewichtige mindestens 6000 I.E./Tag braucht, um einen Wert von mehr als 40 ng/ml zu erreichen. Übergewichtige benötigen hingegen 7000 – 8000 I.E./Tag für das gleiche Ergebnis. Interessant die Nebenbemerkung: Konzentrationen von bis zu 120 ng/ml gingen ohne Störungen des Kalziumhaushalts und jegliche Toxizität einher.

In einer anderen Studie nahmen ein Teil der Patienten 5000 I.E./Tag ein und erreichten nach 12 Monaten mittlere Vitamin-D-Konzentrationen von 65 ± 20 ng/ml. Ein andere Teil der Patienten, die 10.000 I.E./Tag einnahmen, kamen nach 12 Monaten auf durchschnittlich 100 ± 20 ng/ml. Keiner der Patienten mit Blutwerten von 40-155 ng/ml entwickelte Hyperkalzämie (zu hoher Blut-Kalziumspiegel), Nephrolithiasis (Nierensteine) oder andere Symptome einer Vitamin D-Toxizität als Folge der Vitamin D-Ergänzung.

William B. Grant merkt an, dass eine Erhöhung des Vitamin D-Blutspiegels nicht bei jedem die gleichen Auswirkungen haben muss und plädiert so auch für einen höheren Bereich. Nicht zuletzt sind Variationen aufgrund von Krankheit, ethnischer Herkunft, Alter und Geschlecht zu berücksichtigen. Was den Rat von Prof. Spitz bestätigt: Werte messen – ergänzen – messen.

Offizielle Aussage zur Sicherheit einer Vitamin D-Ergänzung

Das Institute of Medicine, USA, stellt fest, dass es keine Beweise dafür gibt, dass die Einnahme von bis zu 10.000 I.E./Tag Vitamin D irgendwelche nachteiligen Auswirkungen hat, legte aber aus Sorge um die Sicherheit den oberen tolerierbaren Wert auf 4000 I.E./Tag fest.


Fazit: Die allgemeine Erkenntnis aus dieser Arbeit ist, dass die optimale Vitamin D-Konzentration zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden bei über 30 ng/ml (75 nmol/L) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Gesamtmortalität liegt, während die Schwellenwerte für andere spezielle Krankheitsbereiche bei 40 oder 50 ng/ml zu liegen scheinen. Rat der Forscher: Der effizienteste Weg, diese Konzentrationen zu erreichen, ist eine Vitamin D-Ergänzung.

Dieser Beitrag wurde von Michael Göhner verfasst.

Literaturzitate:

  1. Grant WB, Al Anouti F, Boucher BJ, Dursun E, Gezen-Ak D, Jude EB, Karonova T, Pludowski P. A Narrative Review of the Evidence for Variations in Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentration Thresholds for Optimal Health. Nutrients. 2022; 14(3):639. https://doi.org/10.3390/nu14030639

Titelbild:

frank peters /stock.adobe.com

NEU – Die Vitamin D-Infoblätter sind da

NEU – Die Vitamin D-Infoblätter sind da

Dass Vitamin D für nahezu alle relevanten Prozesse im Körper eine tragende Rolle spielt, wird glücklicherweise immer mehr Menschen bewusst. Damit häufen sich auch die Fragen zur richtigen Einnahme von Vitamin-D-Präparaten, zu Ko-Faktoren und zum idealen Vitamin-D-Spiegel. Alle relevanten Informationen für den schnellen Überblick haben wir auf unserem neuen Vitamin D-Infoblatt für Sie zusammengefasst. Diese Infoblatt steht allen Nutzern der SonnenAllianz in elektronischer Form kostenlos zur Verfügung.

Darüber hinaus stellt die Akademie für Menschliche Medizin im Rahmen einer Spendenaktion die neuen Vitamin D-Infoblätter in entsprechender Stückzahl auch in gedruckter Form zur Verfügung. Besonders nützlich hat sich das Einmaleins der Vitamin D-Versorgung auf der Rückseite erwiesen, das alle wichtigen Informationen in kurzer kompakter Form zusammenfasst.

Als Arzt, Therapeut oder Interessent können Sie, wenn Sie eine größere Auflage des gedruckten Infoblattes für Ihre Praxis, für einen Kongress oder einfach zum Verteilen benötigen, diese über die Teilnahme an der Spendenaktion der AMM unter folgendem Link anfordern:

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Weitere Informationen

Für alle, die sich und ihr persönliches Umfeld eher auf dem digitalen Wege und über das gesprochene Wort mit wichtigen Informationen versorgen, erklärt Prof. Jörg Spitz dieses Wissen in einer aktuellen Videobotschaft anhand des Infoblattes:

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Aus der Praxis – für die Praxis: Aus dem Leben einer Vitamin D-Beraterin

Aus der Praxis – für die Praxis: Aus dem Leben einer Vitamin D-Beraterin

Immer wieder erreichen uns Rückmeldungen und Berichte unserer Leserinnen und Leser über positive gesundheitliche Veränderungen seit der Einnahme von Vitamin D bzw. nach dem Ausgleich eines Vitamin D-Mangels. Auch wenn wir bei der SonnenAllianz in erster Linie wissenschaftliche Studien zur Beschreibung der Wirkungen des Vitamin D heranziehen möchten, empfinden wir auch die subjektiven und individuellen Erfahrungsberichte als wertvolles Material und werden diese in unserer neuen Rubrik Erfahrungsberichte für Sie sammeln.

Um einen Eindruck zu gewinnen, ein Ausschnitt aus dem Erfahrungbericht unserer Vitamin D-Expertin Nicola Probst (Ernährungs- und Gesundheitscoach & Vitamin D-Beraterin (IVA)):

" [...] Laborwerte sind bei Herausforderungen oft unausweichlich. Vitamin-D3 steht da als erstes auf der Liste. Gerade bei diesem „Sonnenvitamin“ „erfühlen“ die Klienten häufig ihre Vitamin-D-Blutspiegel, weil sie ja zwei Wochen auf Mallorca waren.

In den letzten 5 Jahren habe ich leider keine einzige Person erlebt, die ohne zusätzliche Substitution einen besseren Wert als 25 ng/ml hatte. Das Besondere daran ist, dass innerhalb von 10 Tagen nach individueller Berechnung der Vitamin-D-Blutwert wieder in der Norm ist. Und ich erkläre, dass es in diesem Bereich ein Kinderspiel ist, täglich etwas für seine Gesundheit zu tun.

Wer dazu bereit ist und zusätzlich die Offenheit mitbringt, sich mit weiteren essentielle Mikro-Nährstoffen zu versorgen, kann erleben, wie Herausforderungen reduziert werden. Oder noch besser, diese vorgebeugt werden können.

Welche Auswirkungen ein leerer Körper hat möchte ich in folgenden Beispielen zeigen:

Beispiele aus meiner Praxis (Namen sind geändert):

Sonja: 52- jährige Frau mit Colitis Ulcerosa: Immer wieder akute Schübe. Regelmäßig Cortison-Therapien. Vitamin D oder weitere Laborparameter die über den orthomolekularen Status Aufschluss geben, wurden noch nie untersucht. Vitamin D- Wert lag bei 24.9 ng/ml im Juli des Jahres 2018. Sie nahm Multivitaminpräparate und erreichte im Oktober einen Spiegel von 34,3 ng/ml. Nun wollte sie einen gesunden Blutwert. Wir berechneten diesen für 85 ng/ml. Durch individuelle Berechnung ihrer Dosierung zum Auffüllen und Erhalten, erreichte sie dann einen Blutwert von 84,6 ng/ml.

Natürlich wurden noch zusätzliche Parameter untersucht, z.B. Mineralien und der Omega-3 Index. Durch regelmäßige Einnahme und Anpassung ist sie mittlerweile Schub- und Cortisonfrei. Sie hat zusätzlich keine Gelenkschmerzen mehr, 40 kg abgenommen und ihr Ziel erreicht, mit den Enkelkindern auf dem Boden herumzukrabbeln. [...] "

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Vitamin D-Cofaktoren: Vitamin K2, Vitamin A & Magnesium

Vitamin D-Cofaktoren: Vitamin K2, Vitamin A & Magnesium

Welche Co-Faktoren sind bei der Einnahme von Vitamin D wirklich wichtig und wie sieht der aktuelle Stand der Forschung diesbezüglich aus? Diese Fragen werden in dem unten eingebetteten Videoausschnitt von dem führenden Vitamin D-Forscher Dr. Holick aus den USA beantwortet. Wir haben die Eckpunkte für sie zusammengefasst.

Bezugnehmend auf die verbreitete Diskussion über das Thema Cofaktoren, bezieht Dr. Holick in dem Interview folgende Stellung:

  • Magnesium ist vor allem für schwangere Frauen offensichtlich wichtig, vor allem wenn sie unter Eklampsie leiden, es schützt vermutlich sogar vor Präeklampsie. Magnesium ist also ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Körpers!
  • Vitamin A ist ebenfalls sehr bedeutend für die allgemeine Gesundheit und das Wohlergehen der Zellen. Vitamin A kann kaum überdosiert werden, aber es ist notwendig, dass man über das ganze Leben genug davon zu sich nimmt.
  • Zu Vitamin K meint Dr. Holick Folgendes: Ob man Vitamin K über die Ernährung in ausreichendem Maße zuführt, ist in der Wissenschaft zurzeit umstritten. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass Vitamin K eine wichtige Rolle für die Knochen und die Gerinnungsfaktoren spielt. Bei einer ausgewogenen Ernährung, insbesondere durch den Verzehr von grünem Blattgemüse, sollte die Vitamin K-Versorgung in Dr. Holicks Augen kein Problem darstellen. Wenn man sich gut ernährt, sei es somit nicht unbedingt notwendig Vitamin K2 zu supplementieren. Dr. Holick verweist dabei auf die intensiven Forschungen der Expertin Dr. Sarah Booth.
  • Auf die zurzeit in diversen Foren kursierende Frage, ob Vitamin K2 notwendig ist um Vitamin D im Darm aufzulösen, äußert Dr. Holick ganz klar die Ansicht, dass dies nicht stimmt - es gäbe diesbezüglich keinen wissenschaftlichen Beweis.

 

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Mehr Informationen

Quellen:

  1. Live-Interview mit Dr. Michael F. Holick im Rahmen des Kongresses für menschliche Medizin 2019 zum Thema „Tatort Schwangerschaft“: https://www.youtube.com/watch?v=lCAVYWJOacM&feature=youtu.be 

Toxizität – welche Vitamin D-Dosen sind sicher?

Toxizität – welche Vitamin D-Dosen sind sicher?

Ein großes Hindernis für eine möglichst flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Vitamin D stellen weit verbreitete Desinformationen über die Toxizität dar. Dieser Artikel betrachtet die historischen Ursachen, die zu übertriebener Vorsicht im Umgang mit Vitamin D führten, und vergleicht die Vermutungen von damals mit den Fakten von heute.

Bevor wir aber näher auf die Toxizität von Vitamin D eingehen, ist es vorteilhaft, die durch Untersuchungen festgelegten Beurteilungen des Vitamin D-Spiegels zu kennen. Die folgende Tabelle verschafft hierfür einen Überblick anhand umfangreicher, weltweit zusammengetragener Erkenntnisse der Vitamin D-Forschung (Grant & Holick, 2005). Wie aus der Tabelle 1 hervorgeht, sollte man für einen sicheren und gesundheitsförderlichen Umgang in Sachen Vitamin D-Versorgung, Blutwerte (25(OH)D) im grün markierten Bereich zwischen „Übermaß“ und „relativem Mangel“ anpeilen., d.h. zwischen 32 und 90 ng/ml.

Tabelle 1 Vitamin D-Spiegel im Blut und ihre Beurteilung 

Historische Ursachen der aktuellen Vitamin D-Unterversorgung

Gegen den zeitgemäßen Einsatz von Vitamin D in individuell zugeschnittenen Dosen stehen die derzeit gültigen und zugleich veralteten Richtlinien. Ein Hauptargument der Kritiker höherer Vitamin D-Grenzwerte lässt sich auf extrem hochdosierte Behandlungen in den 1930er und 1940er Jahre zurückführen. Damals wurden Arthritis, Tuberkulose und Asthma mit bis zu 600.000 I.E. behandelt, was zu klinisch signifikanter Hyperkalzämie mit mehreren Todesfällen führte.

Da praktische Methoden zur Messung der verschiedenen Formen von Vitamin D im Blut erst in den  1970er Jahren entwickelt wurden, konnten die Blutspiegel von Vitamin D, die mit dieser Toxizität assoziiert waren, in den 1930er und 1940er Jahren nie bestimmt werden.

Wegen dieser unerwünschten und kritischen Nebenwirkungen fiel die Verwendung von Vitamin D für die Behandlung der oben genannten Krankheiten mit derart hohen Dosen aus dem Blickfeld der Medizin und wurde durch viel niedrigere Dosen im Bereich von 400 I.E. ersetzt, von denen bekannt war, dass sie keine Hyperkalzämie oder anderweitige Toxizität verursachen, die aber  auf der anderen Seite auch nicht klinisch wirksam bei der Behandlung von Arthritis, Tuberkulose oder Asthma waren. Die einem Teelöffel von Lebertran entsprechende geringe Vitamin D-Menge war allerdings sicher bei der Prävention von Rachitis.

Zum Vergleich: In der Haut werden täglich über intensive Sonneneinstrahlung bis zu 25.000 I.E. Vitamin D produziert.

Aufgrund eines körpereigenen Schutzmechanismus sind durch natürliche aber ebenso durch künstliche UV-Bestrahlung Vitamin D-Werte, die mehr als 100 ng/ml aufweisen, ausgeschlossen. Die in der Tabelle erwähnten 150 ng/ml können daher nur durch Supplementation von Vitamin D-Präparaten in extrem hohen Dosen, aber niemals alleine durch UV-B-Strahlung, also weder durch Sonnenbaden noch durch künstliche UV-Strahlung in Solarien, erreicht werden.

Veraltete Grenzwerte sorgen noch immer für Verwirrung

Bis heute ist die offiziell festgelegte „gefahrlose Zufuhr“ für Vitamin D auf 2.000 I.E. täglich begrenzt, um eine vermeintliche Überdosierung mit schädlichen Folgen für die Gesundheit zu verhindern. Die wissenschaftlichen Grundlagen für den Grenzwert von 2.000 I.E. stehen jedoch auf recht wackligen Beinen und wurden durch fundierte Untersuchungen in den letzten Jahren widerlegt.

Anstelle der 2.000 I.E. werden inzwischen 10.000 I.E. als Grenzwert genannt (Hathcock, Shao, Vieth & Heaney, 2007).

Dank der großen therapeutischen Breite von Vitamin D sind Intoxikationen jedoch in aller Regel erst jenseits von 40.000 I.E. täglich und regelmäßig über mehrere Wochen und daraus resultierenden Blutspiegeln von >150 ng/ml zu erwarten (Vieth, 2006).

Dem Trend zu höheren Dosierungen von Vitamin D steht die Sorge entgegen, eine Vergiftung des Körpers mit Vitamin D auszulösen. Das wesentliche Argument dabei ist der Umstand, dass Vitamin D fettlöslich ist und nicht über die Nieren ausgeschieden werden kann. Was dabei übersehen wird, ist die von der Natur klug eingerichtete Eigenschaft von Vitamin D, als Prohormon nur eine geringe Stoffwechselwirksamkeit zu haben. Erst die aktive Form, die von komplexen Vorgängen gesteuert aus Vitamin D entsteht, hat die umfangreichen und intensiven Wirkungen. Die Situation ist vergleichbar mit den Schilddrüsenhormonen, bei denen die Gabe von Thyroxin (das mit dem Vitamin D vergleichbare Prohormon) selbst in hohen Dosen kaum eine Stoffwechselreaktion auslöst, während selbst kleine Mengen von Triojodthyronin, der aktiven Form des Schilddrüsenhormons, erhebliche Folgen auf den Stoffwechsel hat.

Bereits vor etlichen Jahren wurden daher umfangreiche Untersuchungen bei Patienten mit Multipler Sklerose durchgeführt, die zeigen konnten, dass selbst 40.000 I.E. Vitamin D täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen zwar zu „astronomischen“ Blutspiegeln führen, jedoch nicht zu Komplikationen im Sinne einer Hyperkalzämie (Kimball, Ursell, O’Connor & Vieth, 2007), (Abb.2 & 3).

Abb. 2: Anstieg des Vitamin D-Spiegels im Blut in Abhängigkeit von der verabreichten Dosis (12). Die Zahlen der x-Achse geben die verabreichte Vitamin D-Menge in Mikrogramm/Woche an: 700-7000 µg entsprechen 28.000-280.000 I.E. Vitamin D pro Woche.
Abb. 3: Die Überprüfung der Kalziumwerte im Blut ergab während des Testzeitraums keine signifikanten Veränderungen.

 

Es besteht also eine hohe Anwendungssicherheit bei der Supplementation von Vitamin D.  Die Änderung von Grenzwerten ist allerdings bekanntlich ein schwieriger und langwieriger Prozess. Er muss dennoch jetzt angestoßen werden, um das Ausmaß der weit verbreiteten Vitamin D-Unterversorgung baldmöglichst problemlos und nachhaltig durch Ergänzungsmaßnahmen verringern zu können. Die SonnenAllianz empfiehlt daher, sich bei der Einnahme an den dafür vorgesehenen Bedarfsrechner zu orientieren, den wir auf unserer Website kostenlos zur Verfügung stellen.

Zudem sind bei Tagesdosierungen oberhalb von 5000 I.E. regelmäßige Laboruntersuchungen und eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt dringend zu empfehlen, um Abweichungen vom Referenzbereich für Vitamin D (60 – 90 ng/ml), Kalzium (2,0 – 2,6 mmol/l oder 8,5 – 10,0 mg/dl) und für den Parathormonspiegel frühzeitig zu erkennen.

Quellen:

Grant, W. B., & Holick, M. F. (2005, June). Benefits and requirements of vitamin D for optimal health: A review. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15989379

Hathcock, J. N., Shao, A., Vieth, R., & Heaney, R. (2007, January). Risk assessment for vitamin D. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17209171

Vieth, R. (2006, April). Critique of the considerations for establishing the tolerable upper intake level for vitamin D: Critical need for revision upwards. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16549491

Kimball, S. M., Ursell, M. R., O’Connor, P., & Vieth, R. (2007, September). Safety of vitamin D3 in adults with multiple sclerosis. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17823429

Beitragsbild: www.pixapbay.com

Abbildungen: Spitz, J. (2018). Vitamin-D-Mangel: Die unterschätzte Gefahr. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Vitamin D: Tägliche Einnahme für volle Wirkung

Vitamin D: Tägliche Einnahme für volle Wirkung

Bisher ging man im Allgemeinen davon aus, dass die Einnahmeintervalle bei Vitamin D-Supplementation weniger wichtig sind, sofern im Endeffekt ein adäquater Blutwert erreicht wird. Auch viele Studien in der Vitamin D-Forschung führten aufgrund dieser Fehleinschätzung zu keinen signifikanten Ergebnissen. Wenn Sie aber durch eine Vitamin D-Supplementierung nicht nur Ihr Skelett unterstützen wollen, sondern vom vollen Spektrum der positiven Wirkungen profitieren möchten, dann ist eine tägliche Vitamin D-Zuführung in ausreichender Menge unumgänglich.

Die Wirkung von Vitamin D auf das Skelett

Vitamin D wird dem Körper durch UV-Exposition oder Supplementierung bereitgestellt und landet anschließend in der Leber, die daraus das Prohormon 25(OH)D herstellt, welches wiederum an den Blutkreislauf abgegeben wird (Siehe Abbildung). Das so entstandene 25(OH)D hat im Blut eine Halbwertszeit von etwa 3 Wochen - es verliert in dieser Zeit also ca. die Hälfte seiner Substanz.

Zu beachten ist dabei, dass nur für die endokrinen Effekte (Wirkungen der Hormone in den Zellen über das Blut) des Vitamin D der Blutwert des aktiven Prohormons 25(OH)D wichtig ist. Dieser wirkt sich im wesentlichen auf die Calcium-Homöostase und damit auf die Knochengesundheit aus.

 

Nach: Hollis BW, Wagner CL. Clinical review: The role of the parent compound vitamin D with respect to metabolism and function: Why clinical dose intervals can affect clinical outcomes. J Clin Endocrinol Metab. 2013;98(12):4619-28.

Die Wirkung in den Zellen

Der sogenannte parakrine und autokrine Vitamin D-Stoffwechsel hängt aber vom nicht über die Leber metabolisierten 25(OH)D-Wert im Blut ab. In diesem Fall gelangt Vitamin D über Diffusion direkt in die Zellen, beispielsweise von Brust, Darm, Prostata und Gehirn. Der initiale Vitamin D-Wert (unverstoffwechselt) hat aber eine Halbwertszeit von nur 24 Stunden. Das bedeutet, dass nach wenigen Tagen eine Unterversorgung des Gewebes und der Zellen mit reinem Vitamin D auftreten kann, selbst wenn z.B. einmal wöchentlich hohe Dosen Vitamin D gegeben werden.

Die tägliche Versorgung mit ausreichend Vitamin D ist es also, die abseits vom Knochenstoffwechsel, für die umfangreichen, positiven Auswirkungen des Sonnenhormons ausschlaggebend ist.

Diese Annahme wird durch den Vergleich vieler Interventionsstudien eindrucksvoll unterlegt. Dr. Hollis, ein federführender Forscher auf dem Gebiet des Vitamin D fasst zusammen:

  • Eine Einnahme von 400 – 600 I.E./Tag kann allenfalls Krankheitsbildern des Skeletts vorbeugen.
  • 400 – 600 I.E./Tag versprechen nur sehr geringe (wenn überhaupt) Ergebnisse für die Gewebe- und Zellgesundheit außerhalb des Knochengewebes.
  • Eine Vitamin D-Einnahme von bis zu 10.000 I.E./Tag und  25(OH)D-Werte bis zu 100 ng/ml (250 nmol/l) sind physiologisch normal.
  • Vitamin D-Studien sollten sich an diesen Erkenntnissen zur regelmäßigen Einnahme orientieren und nicht an der Einfachheit einer wöchentlichen oder gar monatlichen Zufuhr.

 

Dr. Bruce Hollis, College of Medicine Medical University of South Carolina, geht im nachstehenden Video auf die detaillierten Zusammenhänge ein:

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Mehr Informationen

Quelle:

Hollis, B. W., & Wagner, C. L. (2013). The Role of the Parent Compound Vitamin D with Respect to Metabolism and Function: Why Clinical Dose Intervals Can Affect Clinical Outcomes. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 98(12), 4619-4628. doi:10.1210/jc.2013-2653

Fotos: www.pixabay.com