Freies Vitamin D – neue Diagnostik oder überschätzter Laborwert?

Freies Vitamin D – neue Diagnostik oder überschätzter Laborwert?

Vitamin D gehört zu den am intensivsten erforschten Mikronährstoffen der letzten Jahrzehnte. Lange wurde es ausschließlich als Vitamin betrachtet, heute weiß man: Vitamin D wirkt im Körper wie ein Hormon. Es beeinflusst zahlreiche Gene und spielt eine wichtige Rolle für Knochen, Immunsystem, Muskeln und viele weitere Prozesse. In der medizinischen Diagnostik wird üblicherweise das sogenannte Gesamt-Vitamin-D im Blut gemessen – genauer gesagt 25-Hydroxy-Vitamin-D (25(OH)D). 

In den letzten Jahren wird jedoch vermehrt diskutiert, ob nicht das „freie Vitamin D“ die tatsächliche Versorgung besser widerspiegelt. Doch was bedeutet „freies Vitamin D“ überhaupt – und ist dieser Wert wirklich aussagekräftiger?


Vitamin D wirkt im Körper wie ein Hormon

Vitamin D entfaltet seine biologische Wirkung erst nach mehreren Umwandlungsschritten im Körper. Die aktive Form, das sogenannte 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D (1,25(OH)₂D), bindet an den Vitamin-D-Rezeptor (VDR) in den Zellen und reguliert dort die Aktivität zahlreicher Gene. Dadurch beeinflusst Vitamin D unter anderem:

  • den Kalziumstoffwechsel
  • die Knochengesundheit
  • das Immunsystem
  • die Muskelkraft
  • das Nervensystem
  • die Herzgesundheit
  • uvm.

Diese hormonähnliche Wirkung erklärt, warum Vitamin D in der Forschung heute häufig als Sonnenhormon bezeichnet wird.


Warum ist der größte Teil von Vitamin D im Blut gebunden?

Im Blut liegt Vitamin D überwiegend nicht frei, sondern an Transportproteine gebunden vor. Der größte Teil ist an das Vitamin-D-Bindungsprotein (DBP) gebunden, ein kleinerer Teil an Albumin, ein Transporteiweiß im Blut. Nur ein sehr kleiner Anteil des Vitamin D zirkuliert frei im Blut. Dieser freie Anteil macht nur einen Bruchteil des Gesamt-Vitamin-D aus. Dieses Transportprinzip hat einen wichtigen Vorteil: Die Bindungsproteine wirken wie ein Speicher- und Transportsystem, das Vitamin D stabil im Blut verfügbar hält.


Die Idee hinter der Messung von freiem Vitamin D

Einige Forscher orientieren sich an der sogenannten Free-Hormone-Hypothese. Diese besagt, dass nur der freie Anteil eines Hormons biologisch aktiv ist, weil nur dieser direkt in Zellen gelangen kann.

Überträgt man diese Hypothese auf Vitamin D, entsteht die Idee:

Vielleicht sagt der freie Vitamin-D-Anteil mehr über die tatsächliche Versorgung des Körpers aus als der Gesamtwert.

Daher wurden Laborverfahren entwickelt, mit denen man freies 25(OH)D messen kann.


Warum dieser Ansatz nicht so einfach ist

Bei Vitamin D ist die Situation jedoch komplexer als bei vielen anderen Hormonen. Ein Teil des gebundenen Vitamin D kann nämlich über spezielle Zellmechanismen aufgenommen werden. Besonders in der Niere geschieht dies über Transportrezeptoren (Megalin und Cubilin). Dadurch kann auch gebundenes Vitamin D biologisch genutzt werden. Das bedeutet: Gebundenes Vitamin D ist nicht automatisch biologisch inaktiv. Deshalb betrachten die meisten Fachgesellschaften den Gesamt-Vitamin-D-Wert weiterhin als zuverlässigsten Standardmarker zur Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung.


Wann freies Vitamin D trotzdem interessant sein kann

In bestimmten Situationen kann die Messung des freien Vitamin D zusätzliche Informationen liefern. Dazu gehören beispielsweise:

  • Schwangerschaft
  • schwere Lebererkrankungen
  • nephrotisches Syndrom (eine Nierenerkrankung)
  • genetische Veränderungen des Vitamin-D-Bindungsproteins

In solchen Fällen können die Transportproteine stark verändert sein, wodurch der Gesamt-Vitamin-D-Wert schwieriger zu interpretieren ist. Für die allgemeine Routine-Diagnostik gilt jedoch weiterhin:

Der Gesamt-25(OH)D-Wert (Calcidiol) ist der etablierte und am besten untersuchte Laborwert.


Fazit

Die Diskussion über freies Vitamin D zeigt, wie komplex der Vitamin-D-Stoffwechsel im menschlichen Körper ist. Obwohl die Messung des freien Anteils wissenschaftlich interessant ist, bleibt der Gesamt-Vitamin-D-Wert derzeit der wichtigste Standardmarker, um die Vitamin-D-Versorgung zu beurteilen. Freies Vitamin D kann in speziellen medizinischen Situationen zusätzliche Hinweise liefern – für die breite Bevölkerung ist dieser Laborwert jedoch bislang keine bessere Alternative zur klassischen Vitamin-D-Bestimmung.

Wichtiger als immer neue Laborwerte ist daher etwas anderes:
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, denn Vitamin D bleibt eines der zentralen Moleküle für Gesundheit, Immunsystem und Stoffwechsel.

Quellenangaben:

  1. Giustina, A., Bilezikian, J. P., Adler, R. A., Banfi, G., Bikle, D. D., Binkley, N. C., Bollerslev, J., Bouillon, R., Brandi, M. L., Casanueva, F. F., Di Filippo, L., Donini, L. M., Ebeling, P. R., Fuleihan, G. E., Fassio, A., Frara, S., Jones, G., Marcocci, C., Martineau, A. R., . . . Virtanen, J. K. (2024). Consensus Statement on Vitamin D Status Assessment and Supplementation: Whys, Whens, and Hows. Endocrine Reviews, 45(5), 625–654. https://doi.org/10.1210/endrev/bnae009

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Wie Bewegung den saisonalen Abfall von Vitamin D verhindert: Erkenntnisse aus der VitaDEx-Studie

Wie Bewegung den saisonalen Abfall von Vitamin D verhindert: Erkenntnisse aus der VitaDEx-Studie

Vitamin D steht im Mittelpunkt zahlreicher Forschungsarbeiten – doch wie Bewegung den Stoffwechsel des Sonnenvitamins beeinflusst, wurde bislang kaum untersucht. Die „VitaDEx“-Studie (Perkin et al., 2025) liefert nun spannende Ergebnisse: Regelmäßiges Training kann den saisonalen Rückgang deVitamin-D-Spiegels verhindern, selbst ohne Gewichtsverlust. Diese Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Verbindung zwischen körperlicher Aktivität, Stoffwechsel und Hormonregulation.

Forschende der Universität Kopenhagen wollten herausfinden, ob regelmäßiges Ausdauertraining den saisonalen Rückgang des Vitamin-D-Spiegels verhindern kann – unabhängig von Gewichtsveränderungen. Untersucht wurde insbesondere, ob Sport Einfluss auf verschiedene Formen von Vitamin D im Blut hat, darunter 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) und die aktiven Metaboliten 1,25-Dihydroxyvitamin D (1,25(OH)₂D) sowie 24,25-Dihydroxyvitamin D (24,25(OH)₂D). 

An der randomisierten, kontrollierten Studie nahmen über 100 gesunde Erwachsene aus Großbritannien teil, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden: 

  • Trainingsgruppe: absolvierte ein strukturiertes, 10-wöchiges Ausdauerprogramm (4 Einheiten Kardio-Training pro Woche) mit regelmäßiger Überwachung
  • Kontrollgruppe: führte ihren Alltag ohne zusätzliches Training fort

Beide Gruppen wurden über den Winter hinweg (1. Oktober bis 1. April) beobachtet – eine Zeit, in der in unseren Breitengraden über das Sonnenlicht keine natürliche Vitamin-D-Synthese angestoßen wird, wodurch der Vitamin-D-Spiegel ohne Supplementierung üblicherweise deutlich sinkt. Alle Probanden wurden angewiesen kein Vitamin D zu supplementieren. Auch die Ernährung und das Körpergewicht sollten unverändert bleiben, um sicherzustellen, dass nur der Effekt der Bewegung gemessen wurde. Bei der Trainingsgruppe wurde daher die tägliche Energiezufuhr soweit erhöht, dass der Energieverbrauch durch den Sport wieder ausgeglichen wurde.


Ergebnisse: Bewegung verhindert den saisonalen Vitamin-D-Abfall 

Die Resultate waren deutlich: In der Kontrollgruppe sanken die Vitamin-D-Metaboliten im Verlauf des Winters wie erwartet ab, nämlich um 25 %. In der Trainingsgruppe hingegen blieben die Werte stabiler – insbesondere für 25(OH)D und 1,25(OH)₂D. Hier sank der Vitamin-D-Spiegel um 15 % ab.

Dieser Effekt trat auf, ohne dass sich das Körpergewicht veränderte, was zeigt, dass Sport unabhängig von Fettabbau einen positiven Einfluss auf den Vitamin-D-Stoffwechsel ausüben kann. Das Training schien den Abbau von Vitamin D zu hemmen und die Umwandlung in seine aktiven Formen zu fördern. 

Hier eine kurze Zusammenfassung der statistischen Ergebnisse:

  1. Primäres Ergebnis – 25(OH)D-Spiegel
    • In der Kontrollgruppe, die nicht trainierte, kam es – saisonal typisch – zu einem signifikanten Abfall der 25(OH)D-Werte über den Winter. Diese Studienteilnehmer verloren im Winter durchschnittlich 5,6 ng/ml (14 nmol/L) ihres 25-OH-Vitamin-D-Spiegels. 
    • In der Interventionsgruppe (regelmäßiges Ausdauertraining ohne Gewichtsverlust) blieb der 25(OH)D-Spiegel stabil bzw. sank signifikant weniger, durchschnittlich um 3,3 ng/ml (8,3 nmol/L). 
    • Der Gruppenunterschied war statistisch signifikant.  
  1. 1,25(OH)₂D (aktive Form)
    • Das aktive Vitamin D (1,25(OH)₂D₃) blieb bei den Sportlern voll erhalten, während es in der Kontrollgruppe um etwa 15 % sank (signifikanter Gruppenunterschied). 
  1. Vitamin-D-Abbau-Rate (Verhältnis von24,25(OH)₂D zu 25(OH)D)) 
    • Das Verhältnis veränderte sich in der Interventionsgruppe nicht signifikant, in der Kontrollgruppe jedoch deutlich, was für eine erhöhte Abbaurate in der Kontrollgruppe spricht. 
  1. Körpergewicht und Körperfett
    • Wie geplant gab es keine signifikanten Unterschiede im Gewicht oder Körperfett zwischen den Gruppen. 

Mögliche Mechanismen: Wie Sport den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflusst 

Die Forschenden vermuten mehrere biologische Erklärungen für diesen Effekt: 

  • Muskelaktivität kann Enzyme aktivieren, die an der Umwandlung von Vitamin D beteiligt sind. 
  • Erhöhte Durchblutung und Stoffwechselrate während des Trainings könnten die Verteilung und Mobilisierung von Vitamin D im Körper verbessern. 
  • Zudem wird diskutiert, dass Mitochondrien-Aktivität und Hormonregulation bei körperlicher Belastung die Expression von Enzymen im Vitamin-D-Stoffwechsel begünstigen. 

Damit liefert die Studie erstmals belastbare Hinweise darauf, dass regelmäßige Bewegung eine Art „metabolischen Schutzmechanismus“ für den Vitamin-D-Haushalt bieten kann. 


Fazit: Wer aktiv bleibt, profitiert doppelt - körperlich und biochemisch

Die VitaDEx-Studie zeigt uns, dass körperliche Aktivität nicht nur das Herz-Kreislauf-System stärkt, sondern auch den Verlust von Vitamin D im Winter abfedern kannSchon regelmäßiges moderates Training kann helfen, den Stoffwechsel aktiv zu halten und den natürlichen Vitamin-D-Rückgang zu verlangsamen.  

Wer sich bewegt, benötigt daher tendenziell weniger Ergänzung durch Vitamin-D-Präparate, um stabile Werte zu halten. Dennoch ersetzt Bewegung die Supplementierung nicht vollständig: Gerade in den sonnenarmen Monaten bleibt eine gezielte Vitamin-D-Einnahme weiterhin die verlässlichste und medizinisch empfohlene Strategie, um den Bedarf sicher zu decken und gesundheitliche Risiken zu vermeiden. 

Quellenangaben:

Baranauskas, M. N., Otto, A. D., Hansen, K. E., Bell, C., Braunreiter, K. M., McDaniel, J. L., Fahrmann, J., Edison, M., Tang, R. H., Bullock, K. M., Ledermann, T., & Swerdlow, R. H. (2025). Exercise without weight loss prevents seasonal decline in vitamin D metabolites: The VitaDEx randomized controlled trialAdvanced Science, 22, e16312. https://doi.org/10.1002/advs.202416312 

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Vitamin D stärkt Muskeln und Lebensqualität: Neue Erkenntnisse für Menschen mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen

Vitamin D stärkt Muskeln und Lebensqualität: Neue Erkenntnisse für Menschen mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen

Vitamin D rückt immer stärker in den Fokus der Forschung, wenn es um die Gesundheit von Muskeln und Rücken geht. Patienten mit degenerativen Erkrankungen der Lendenwirbelsäule erleben häufig eine deutliche Einschränkung ihrer Beweglichkeit und Lebensqualität. Neue wissenschaftliche Daten machen jedoch Hoffnung: Durch regelmäßige Vitamin-D-Einnahme lassen sich nicht nur die Muskelkraft, sondern auch Schmerzempfinden und Alltagstauglichkeit positiv beeinflussen. Damit eröffnet sich ein vielversprechender Ansatz, der die Behandlungsmöglichkeiten entscheidend erweitern könnte.

Degenerative Erkrankungen der Lendenwirbelsäule, von denen Menschen jeden Alters, aber insbesondere ältere Menschen betroffen sind, gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für akute oder chronische Schmerzen und Einschränkungen im Alltag. Beispiele für degenerative Erkrankungen der Lendenwirbelsäule sind Zustände wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose (=Einengung des Spinalkanals) oder Facettengelenksarthrose (=Arthrose der kleinen Wirbelgelenke). Damit einher gehen häufig Symptome wie Rückenschmerzen, Gehschwierigkeiten und verringerter Muskelanteil. 

In einer kürzlich durchgeführten prospektiven Kohortenstudie von Dechsupa et al. (2025) wurden 115 Patienten im Alter zwischen 50 und 80 Jahren mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen untersucht (1). Alle Teilnehmenden hatten niedrige Vitamin-D-Spiegel (< 30 ng/mL). Über sechs Monate erhielten sie wöchentlich 40.000 Internationale Einheiten Vitamin D2 (Ergocalciferol). Vor und nach der Intervention wurden Körperzusammensetzung, Muskelkraft, Beweglichkeit, Schmerzintensität und Lebensqualität gemessen. 


Ergebnisse: Mehr Muskelmasse, weniger Schmerzen

Die Einnahme von Vitamin D führte zu deutlichen Verbesserungen bei den Probanden: 

  • Vitamin-D-Status: Der Medianwert¹ stieg von 24,9 ng/mL auf 43,1 ng/mL, 85 % der Patienten erreichten einen ausreichenden Wert (definiert als >30 ng/mL). 
  • Körperzusammensetzung: Die Muskelmasse nahm signifikant zu, während Körperfett und Taillenumfang abnahmen. 
  • Beweglichkeit und Funktion: Tests wie der Balance-Test², die Gehgeschwindigkeit und der Chair-Stand-Test³ zeigten klare Verbesserungen. 
  • Schmerz und Lebensqualität: Schmerzwerte (VAS⁴) und der Oswestry Disability Index (ODI)⁵ sanken deutlich, während die Lebensqualität (EQ-5D-5L) spürbar anstieg. 

Die Studie zeigt, dass eine sechsmonatige hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung messbare Vorteile bei Rückenschmerzpatienten bringt. Es traten keine relevanten Nebenwirkungen bei den Studienteilnehmern auf. Die Studienautoren empfehlen, Vitamin D stärker in die therapeutischen Strategien einzubeziehen, um Lebensqualität und Beweglichkeit dieser Patientengruppe gezielt zu verbessern. 


Fazit: 

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Vitamin D nicht nur die Muskelmasse, sondern auch die körperliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität von Patienten mit degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen verbessern kann. Vitamin D2 stellt somit eine sichere, kosteneffiziente und leicht verfügbare Möglichkeit dar, klassische Behandlungskonzepte bei degenerativen Lendenwirbelsäulenerkrankungen zu unterstützen und Beschwerden nachhaltig zu lindern. 


¹ Medianwert = mittlerer Wert einer Datenreihe. 50% der gemessenen Werte sind kleiner und 50% sind größer als der Medianwert. 

² Der Balance-Test bewertet das Gleichgewicht des Körpers, ohne die Unterstützung einer Gehhilfe, anhand von drei stehenden Positionen für 10 Sekunden: 1. mit geschlossenen Füßen stehen, 2. mit der Seite der Ferse eines Fußes die Großzehe des anderen Fußes berühren und 3. mit der Ferse eines Fußes vor den Zehen des anderen Fußes stehen und diese berühren. 

³ Der Chair-Stand-Test misst die Zeit in Sekunden, die benötigt wird, um fünfmal so schnell wie möglich aus einem Stuhl mit Stehhöhe aufzustehen, während die Arme über der Brust verschränkt werden. 

⁴ Alle Teilnehmer wurden hinsichtlich Rücken- und Beinschmerzen mit dem Visual-Analog-Skala (VAS)-Instrument bewertet. Die Skala bietet eine ordinale Skala von 0 bis 10. Ein höherer Wert bedeutet eine stärkere Schmerzintensität. Die Teilnehmer wurden angewiesen, ihre aktuelle Schmerzintensität durch das Markieren einer Linie anzugeben. 

Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigungen wurden mit dem Oswestry Disability Index (ODI)-Fragebogen beurteilt, der zur Bewertung von Wirbelsäulenerkrankungen empfohlen wird. Der Fragebogen deckt folgende Bereiche ab: Schmerzintensität, Körperpflege, Heben, Gehen, Sitzen, Stehen, Schlaf, sexuelle Aktivität, soziales Leben und Reisen. 

 

Quellenangaben:

(1) Dechsupa, S., Yingsakmongkol, W., Limthongkul, W., Singhatanadgige, W., Assawakosri, S., & Honsawek, S. (2025). Vitamin D supplementation improves muscle mass, physical function, and quality of life in patients with degenerative lumbar disease. Clinical and Translational Science, 18(8), e70315. https://doi.org/10.1111/cts.70315

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PCOS im Fokus: Vitamin D verbessert Zyklus und Hormonbalance beim Polyzystischen Ovarialsyndrom

PCOS im Fokus: Vitamin D verbessert Zyklus und Hormonbalance beim Polyzystischen Ovarialsyndrom

Vitamin D steht beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) zunehmend im Fokus der medizinischen Forschung. Während Betroffene oft mit unregelmäßigen Zyklen, hormonellen Dysbalancen und eingeschränkter Fruchtbarkeit kämpfen, deutet eine kürzlich erschienene Studie von Tóth et al. (2025) darauf hin, dass eine Vitamin-D-Supplementierung entscheidende Verbesserungen für PCOS-betroffene Frauen bringen kann. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Symptome mit PCOS einhergehen und welche Verbesserungen in der Studie durch Vitamin D erzielt werden konnten.


Was ist PCOS?

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist mit 5-10 % eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter (1). Es handelt sich um ein Syndrom, also ein Bündel mehrerer Symptome, das unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Typische Merkmale sind:

  • Zyklusunregelmäßigkeiten: seltene oder ausbleibende Eisprünge, die zu einem erschwerten Schwangerschaftseintritt führen können (1),
  • Hormonstörungen: erhöhte männliche Hormone (Androgene), die zu Akne, Haarausfall oder verstärkter Körperbehaarung führen können,
  • Veränderte Ovarialmorphologie: In den Eierstöcken finden sich viele kleine Follikel (=Hüllen der heranreifenden Eizellen im Eierstock), die oft nicht zur Reifung gelangen („polyzystisch“).

Frauen mit PCO-Syndrom sind häufig übergewichtig, was auf eine periphere Insulinresistenz zurückzuführen ist (1). Diese wiederum erhöht das Risiko an Diabetes zu erkranken.


Auswirkungen von Vitamin D auf PCOS

Das Team um den Wissenschaftler Béla Tóth hat in einer kürzlich neu veröffentlichten Studie (April 2025) die Effekte einer Vitamin-D-Supplementierung auf Zykluslänge, Hormonspiegel, Ovulationsrate (=Häufigkeit des Eisprungs) und Ovarialmorphologie, d.h. die Struktur und das Aussehen der Eierstöcke (insbesondere die Anzahl und Größe der Follikel) im Eierstock, untersucht. Das Vorhandensein von Vitamin-D-Rezeptoren in Eierstockzellen ließ die Wissenschaftler vermuten, dass Vitamin D eine Rolle bei der Steroidogenese (=Synthese der Sexualhormone) von Frauen spielt, indem es die Aktivität wichtiger Enzyme moduliert, die an diesem Prozess beteiligt sind.

Studiendesign: Die Untersuchung wurde als randomisierte, doppelt verblindete, placebokontrollierte klinische Studie durchgeführt. 

Teilnehmerinnen: 115 Frauen mit PCOS, 18–46 Jahre alt, Vitamin-D-Spiegel zwischen 10 und 30 ng/mL. 

Intervention: 30.000 I.E. Vitamin D3 pro Woche über 12 oder 24 Wochen, ergänzt durch Kalzium bei Teilnehmerinnen mit einer geringeren Kalziumaufnahme als 1000 mg/Tag über die Ernährung  

Vergleichsgruppen: 

  • D12-Gruppe: 12 Wochen Placebo, danach 12 Wochen Vitamin D 
  • D24-Gruppe: 24 Wochen Vitamin D durchgehend

Erfasst wurden Zykluslänge, Ovulationsrate, Ovarialmorphologie (via Ultraschall) sowie Hormonwerte (u. a. Testosteron, Estradiol, LH/FSH-Ratio). 


Zentrale Ergebnisse

Verbesserte Zyklusregularität

Nach 12 Wochen Vitamin-D-Gabe verkürzte sich die durchschnittliche Zykluslänge signifikant. Besonders Frauen mit sehr langen oder unregelmäßigen Zyklen zeigten deutliche Verbesserungen. In der D24-Gruppe berichteten nach 24 Wochen über drei Viertel der Patientinnen von einer stabileren Zyklusregularität.

Einfluss auf den Hormonhaushalt 

Bei hyperandrogenen Patientinnen (erhöhtes Testosteron/Androstendion) konnte Vitamin D die Testosteronwerte signifikant senken. Vor allem Frauen mit einem LH/FSH-Verhältnis >2 zeigten eine hormonelle Verbesserung und eine Zunahme des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG).

Steigerung der Ovulationsrate 

Die Rate nachweisbarer Ovulationen stieg von etwa 40 % vor der Supplementierung auf bis zu 65 % nach Vitamin-D-Gabe. Besonders profitieren konnten Patientinnen mit einem erhöhten LH/FSH-Verhältnis, deren Ovulationsrate sich durch die Behandlung nahezu verdoppelte. 

Veränderungen der Ovarialmorphologie 

Nach 12 Wochen Vitamin-D-Therapie zeigte sich bei etwa 20 % der Teilnehmerinnen eine Normalisierung der Ovarialstruktur im Ultraschall. Damit deutet die Studie auf mögliche strukturelle Verbesserungen im Eierstock hin.


Fazit

Die Studie liefert starke Hinweise darauf, dass Vitamin D bei Frauen mit PCOS sowohl die Zyklusregularität als auch die Ovulationsrate verbessern und hormonelle Dysbalancen günstig beeinflussen kann. Besonders Frauen mit Hyperandrogenismus oder erhöhtem LH/FSH-Verhältnis profitieren von der Supplementierung. Vitamin D könnte damit als kostengünstige, sichere und wirksame Ergänzung in der Therapie von PCOS dienen – entweder allein oder begleitend zu anderen Behandlungsansätzen. 

Quellenangaben:

(1) Tóth, Béla E., et al. Effects of Vitamin D3 Treatment on Polycystic Ovary Symptoms: A Prospective Double-Blind Two-Phase Randomized Controlled Clinical Trial. Nutrients, vol. 17, no. 7, 2025, p. 1246. MDPI, https://doi.org/10.3390/nu17071246.

(2) Universitätsklinikum Bonn. (o. J.). Das PCO-Syndrom. Abgerufen am 19. September 2025, von https://www.ukbonn.de/gynaekologische-endokrinologie-und-reproduktionsmedizin/behandlungsspektrum/hormonstoerungen/das-pco-syndrom/

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Vitamin D und ADHS bei Kindern: Neue Erkenntnisse zur unterstützenden Behandlung

Vitamin D und ADHS bei Kindern: Neue Erkenntnisse zur unterstützenden Behandlung

Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Kindern – und könnte sogar Einfluss auf die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben. Könnte eine gezielte Einnahme helfen, Symptome wie Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten zu lindern? In diesem Artikel fassen wir die Ergebnisse einer brandneuen Studie zusammen, die diesen Zusammenhang untersucht hat.


Vitamin D wird zunehmend mit neurokognitiven Prozessen in Verbindung gebracht. So spielt Vitamin D u.a. eine Rolle bei der Regulation von Neurotransmittern und der Modulation entzündlicher Prozesse. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigen in Studien häufig niedrigere Serumspiegel von Vitamin D im Vergleich zu gesunden Kontrollgruppen, was ihre Symptome verstärken könnte.

Eine im Jahr 2025 im PCMC Journal veröffentlichte Studie von Latorre und Mañalac bewertete den Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung auf die Kernsymptome von ADHS bei Kindern (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität). Die beiden Forscherinnen führten dazu eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse durch.

In die Analyse eingeschlossen wurden 6 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit Kindern unter 18 Jahren, bei denen Vitamin D im Vergleich zu Placebo getestet wurde. Die Vitamin D-Dosen in den Studien variierten von 1000 I.E. pro Tag bis hin zu 50.000 I.E. pro Woche über Zeiträume zwischen 6 und 12 Wochen.


Ergebnisse:

Die Analyse zeigte eine signifikante Verbesserung der ADHS-Symptome bei Kindern, die Vitamin D zusätzlich zur Standardtherapie erhielten:

  • Gesamtsymptomatik: SMD* = -0,59 (95% KI: -1,06 bis -0,11; p = 0,01)
  • Unaufmerksamkeit: SMD* = -0,61 (95% KI: -1,00 bis -0,23; p = 0,002)
  • Hyperaktivität/Impulsivität: SMD* = -0,64 (95% KI: -1,08 bis -0,20; p = 0,004)

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Vitamin-D-Supplementierung als ergänzende Therapie zu medikamentöser Behandlung die Symptome von ADHS bei Kindern lindern kann. Es traten keine relevanten Nebenwirkungen auf.


Fazit:

Gerade weil ADHS den Alltag der betroffenen Familien stark beeinflusst, sollten Eltern und Behandelnde die Versorgung mit Vitamin D nicht dem Zufall überlassen. Eine Vitamin-D-Supplementierung ersetzt keine bestehende ADHS-Therapie, könnte aber deren Wirkung unterstützen – vorausgesetzt, eine ärztliche Überwachung und Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels erfolgen.

Weitere Studienergebnisse zu Vitamin D und ADHS finden sie hier >>


* SMD steht für Standardized Mean Difference, zu Deutsch standardisierte Mittelwertdifferenz. Sie ist ein Maß für die Effektstärke, das die Differenz zweier Mittelwerte in Einheiten der Standardabweichung ausdrückt, anstatt in der ursprünglichen Einheit der Messung. Die SMD wird insbesondere dann eingesetzt, wenn derselbe Endpunkt (hier: die Verbesserung der ADHS-Symptome) in verschiedenen Studien mit unterschiedlichen Skalen gemessen wurde. In den analysierten Studien wurden zur Beurteilung der ADHS-Symptomatik die folgenden Skalen verwendet: Conners Parent Rating Scale (am häufigsten verwendet), Wisconsin’s Card Sorting Test, ADHD Rating Scale, Weekly Parent Ratings of Evening and Morning Behavior, Conners Parent Questionnaire, Continuous Performance Test, Strengths and Difficulties Questionnaire. SMDs von 0,2, 0,5 und 0,8 werden üblicherweise als klein, mittel und groß angesehen.

Vitamin-D-Studien verstehen: Wie individuelle und methodische Faktoren Studienergebnisse beeinflussen

Vitamin-D-Studien verstehen: Wie individuelle und methodische Faktoren Studienergebnisse beeinflussen

Vitamin D ist eines der meistuntersuchten Vitamine – und trotzdem herrscht oft Verwirrung. Während manche Studien von großen gesundheitlichen Vorteilen berichten, bleiben andere ohne klare Effekte. Wie kann das sein? Die Antwort liegt in der Vielzahl an Einflussfaktoren: Ausgangswerte, Alter, genetische Unterschiede oder Dosierung – all das verändert das Ergebnis. Dieser Artikel gibt einen fundierten Überblick darüber, warum Studien zu Vitamin D so unterschiedlich ausfallen.


Im Januar veröffentlichte Shruti Singh mit seinem wissenschaftlichen Team einen wissenschaftlichen Artikel, der einen umfassenden Überblick über die Ursachen inkonsistenter Resultate in Studien mit Vitamin-D-Supplementierung gibt. Dazu identifizierten und bewerteten die Autoren individuelle, methodische und kontextuelle Einflussfaktoren in zahlreichen Publikationen, – darunter randomisierte kontrollierte Studien¹ (RCTs), Beobachtungsstudien²  und Metaanalysen³ . Die wichtigsten Erkenntnisse von Singh und seinen Kollegen haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.


Individuelle Faktoren: Warum Vitamin D nicht bei allen gleich wirkt

Die Wirkung von Vitamin D hängt stark vom jeweiligen Ausgangszustand und biologischen Merkmalen von Studienteilnehmenden ab. Dieselbe Supplementierung kann daher bei unterschiedlichen Personen sehr unterschiedliche Wirkungen entfalten. Individuelle Faktoren sollten in Studien immer analysiert und berücksichtigt werden.

  • Niedrige Ausgangswerte (“Baseline”-Werte) begünstigen stärkere Effekte. Das heißt: Studienteilnehmer, die bereits ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, profitieren oft weniger von einer zusätzlichen Gabe. Besonders effektiv wirkt Vitamin D hingegen bei Personen mit niedrigem 25(OH)D-Spiegel.
  • Mit zunehmendem Lebensalter sinkt die Fähigkeit der Haut, Vitamin D aus Sonnenlicht zu synthetisieren.
  • Ethnizität und Hautfarbe beeinflussen ebenfalls die körpereigene Synthese: Menschen mit dunkler Haut benötigen mehr UVB-Strahlung, um die gleiche Menge Vitamin D zu produzieren wie hellhäutige Personen.
  • Ein weiterer Aspekt ist die genetische Ausstattung: Polymorphismen in Genen wie VDR (Vitamin-D-Rezeptor) oder CYP2R1 können darüber entscheiden, wie gut Vitamin D aufgenommen, transportiert und verstoffwechselt wird. Manche Menschen benötigen daher höhere Dosen, um den gleichen Effekt zu erzielen wie andere.
  • Auch der Body-Mass-Index (BMI) ist relevant: Vitamin D ist fettlöslich und wird im Fettgewebe gespeichert. Menschen mit Übergewicht oder Adipositas weisen daher oft niedrigere zirkulierende Konzentrationen auf – selbst bei identischer Zufuhr.
  • Bei Patienten mit chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen kann die Produktion, Aktivierung und Umwandlung von Vitamin D aufgrund eines beeinträchtigten Stoffwechsels erschwert sein.

Neben biologischen Faktoren spielt auch der Lebensstil der Studienteilnehmer eine Rolle: Im Rahmen einer Studie wirkt sich neben einer Vitamin-D-Supplementierung natürlich auch die körpereigene Vitamin-D-Synthese durch Sonnenlicht auf die Studienergebnisse aus. Diese kann je nach Lebensstil stark variieren und sollte daher bei der Interpretation der Ergebnisse mitberücksichtigt werden.

  • Ein höherer sozioökonomischer Status korreliert mit gesünderen Gewohnheiten, die sich auf den Vitamin-D-Spiegel auswirken.
  • Zudem beeinflussen Ernährung und Medikamente den Vitamin-D-Spiegel. Eine magnesiumarme Ernährung kann die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Formen hemmen; bestimmte Medikamente (z. B. Antiepileptika oder Glukokortikoide) beschleunigen den Abbau des Sonnenhormons.
  • Insbesondere kann ein Mangel an Sonnenlicht – etwa durch Indoor-Berufe, Jahreszeit oder Breitengrad – die körpereigene Produktion erheblich einschränken. Auch kulturelle Gewohnheiten, etwa Kleidung, Aufenthalt im Freien oder Sonnenvermeidung, spielen eine Rolle.

Methodische Einflüsse: Dosierung, Dauer und Design machen den Unterschied

Nicht nur die Teilnehmenden unterscheiden sich – auch die Studiendesigns selbst tragen erheblich zur Heterogenität der Ergebnisse bei.

  • Eine zentrale Rolle in Vitamin-D-Interventionsstudien spielt natürlich die Dosierung: Studien verwenden teilweise sehr unterschiedliche Mengen – von niedrigen Erhaltungsdosen bis hin zu extrem hohen Bolusgaben. Letztere führen oft zu einem raschen, aber kurzzeitigen Anstieg der 25(OH)D-Spiegel, während kontinuierliche tägliche Dosen eine gleichmäßigere und nachhaltigere Versorgung sicherstellen. Hinzu kommt, dass für bestimmte therapeutische Ergebnisse häufig spezifische Vitamin-D-Dosen erforderlich sind
  • Auch die Dauer der Supplementierung beeinflusst die Ergebnisse maßgeblich. Einige gesundheitliche Effekte, wie z. B. eine verbesserte Knochendichte oder ein reduziertes Frakturrisiko, zeigen sich meist erst nach längerer Einnahme über mindestens ein bis zwei Jahre. Dagegen können immunologische Vorteile, etwa eine geringere Infektanfälligkeit, bereits nach wenigen Monaten sichtbar werden.
  • Die Frequenz der Gabe ist ein weiterer relevanter Faktor. Tägliche Einnahmen gelten als effektiver und sicherer als monatliche oder jährliche Hochdosisgaben.
  • Auch der Verabreichungsweg spielt eine Rolle: Die orale Gabe ist in den meisten Studien üblich, doch vereinzelt kommen auch intramuskuläre Injektionen zum Einsatz. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bioverfügbarkeit und Wirkungsdauer.
  • Zudem kann die Kombination mit anderen Nährstoffen – insbesondere Magnesium, Vitamin K oder Omega-3-Fettsäuren – die Wirkung von Vitamin D verstärken oder modulieren. Studien, die solche Einflussfaktoren nicht kontrollieren, liefern entsprechend schwer interpretierbare Ergebnisse.
  • Schließlich wirken sich auch methodische Qualitätsmerkmale aus: unzureichende Stichprobengrößen, fehlende Randomisierung oder unklare Zielparameter können zu verfälschten oder nicht generalisierbaren Resultaten führen.
  • Unklare Referenzwerte: Unterschiedliche Definitionen von "Mangel" und Vitamin-D-Zielwerten erschweren die Vergleichbarkeit der Studien.

Diese Vielzahl methodischer Unterschiede zeigt, wie wichtig es ist, Studiendesigns sorgfältig zu analysieren, bevor aus den Ergebnissen allgemeingültige Empfehlungen abgeleitet werden.


Empfehlungen für die Zukunft

Die Autoren betonen, dass zukünftige Studien besser individualisiert und differenziert durchgeführt werden müssen. Dazu empfehlen Sie folgende Maßnahmen:

  • Stratifizierung nach Baseline-Werten und genetischen Profilen: Eine Stratifizierung bedeutet, dass man die Studienteilnehmer basierend auf bestimmten Eigenschaften in verschiedene Untergruppen einteilt, um Störfaktoren zu kontrollieren und genauere Ergebnisse zu erhalten. Stratifiziert man beispielsweise die Teilnehmer nach ihrem Baseline-Vitamin-D-Spiegel (Aufteilung in niedriger, mittlerer und hoher Ausgangswert zu Studienbeginn), kann der Effekt der Supplementierung pro Gruppe analysiert werden.
  • Berücksichtigung von Ernährung, Medikamenten und Selbstmedikation
  • Verwendung standardisierter Labormethoden zur 25(OH)D-Bestimmung
  • Verzicht auf Einheitsdosen zugunsten personalisierter Supplementierung

Fazit: Vitamin D – wirksam, aber nicht für alle gleich

Die Wirkung von Vitamin D ist wissenschaftlich belegt, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig nachweisbar. Die uneinheitlichen Ergebnisse vieler Studien lassen sich durch eine Vielzahl an Einflussfaktoren erklären – von der Biologie der Probanden bis zum Studiendesign. Für die Praxis und Forschung bedeutet das: Nur mit maßgeschneiderten Ansätzen lässt sich das volle gesundheitliche Potenzial von Vitamin D nutzen und wissenschaftlich nachweisen.


¹ Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs): Bei RCTs handelt es sich um experimentelle Studien, bei denen die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in eine Interventionsgruppe, die Vitamin D erhält, und eine Kontrollgruppe, die kein Vitamin D erhält, eingeteilt werden. Dieses Studiendesign ermöglicht eine möglichst unbeeinflusste Bewertung der kausalen Wirkung der Vitamin-D-Gabe. Eine RCT-Studie könnte beispielsweise der Frage nachgehen, ob die tägliche Einnahme von Vitamin D (im Vergleich zu Placebo) die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen bei Erwachsenen reduziert.

² Beobachtungsstudien: In Beobachtungsstudien werden die Teilnehmer hinsichtlich ihres Vitamin-D-Status oder -Verbrauchs beobachtet, ohne dass eine Intervention seitens der Forscher erfolgt. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Vitamin D und bestimmten Gesundheitsparametern oder Krankheitsrisiken zu identifizieren. Im Vergleich zu RCTs haben Beobachtungsstudien eine geringere Aussagekraft und können keine Kausalzusammenhänge nachweisen. Eine Fragestellung einer Beobachtungsstudie könnte beispielsweise lauten: Besteht ein Zusammenhang zwischen den Vitamin-D-Spiegeln im Blut und dem Risiko, an Osteoporose zu erkranken?

³ Metaanalysen: Metaanalysen sind systematische Übersichtsarbeiten, die die Ergebnisse mehrerer unabhängiger Studien zu einem bestimmten Thema, beispielsweise Vitamin D und Gesundheit, statistisch zusammenfassen. Durch die zusammengefasste Analyse wird eine höhere statistische Aussagekraft erreicht. Die größte Aussagekraft haben Metaanalysen, die die Ergebnisse hochwertiger RCTs einbeziehen.

Mythen rund um Vitamin D – Was stimmt wirklich?

Mythen rund um Vitamin D – Was stimmt wirklich?

Vitamin D ist ein lebenswichtiges Hormon, das zahlreiche Funktionen in unserem Körper unterstützt, darunter die Gesundheit von Knochen und Muskeln, das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem, den Stoffwechsel und vieles mehr. Allerdings gibt es viele Mythen und Missverständnisse rund um das „Sonnenvitamin“, die es zu klären gilt. In diesem Newsletter wollen wir mit einigen dieser Mythen aufräumen und zeigen, wie wichtig es ist, Vitamin D richtig zu verstehen.

 

Vorhandenes Sonnenlicht reicht aus um Vitamin-D-Mangel zu vermeiden

Während viele Menschen glauben, dass wir durch ausreichend Sonnenlicht und die richtige Ernährung genügend Vitamin D zu uns nehmen, wissen wir, dass Vitamin-D-Mangel weit verbreitet ist. Tatsächlich hängt die Menge des produzierten Vitamin D von verschiedenen Faktoren wie Hauttyp, geografischer Lage, Jahreszeit, Tageszeit und dem aktuellen Sonnenstand ab.

Worauf Sie achten müssen, um Ihren Vitamin-D-Spiegel durch Sonne oder Ernährung aufrecht zu erhalten und inwieweit dies überhaupt möglich ist, erfahren Sie in unserem Artikel - Wie bekomme ich mein Vitamin D?


Vitamin D wird ausreichend im Körperfett gespeichert

Der Mythos, dass Vitamin D im Körperfett gespeichert wird und ausreicht, um uns über die Wintermonate mit dem Sonnenhormon zu versorgen, ist weit verbreitet. Zwar lagert der Körper in den sonnenreichen Monaten bei ausreichender Besonnung Vitamin D in geringen Mengen im Fettgewebe ab, das dann im Winter „abgerufen“ werden kann. Jedoch zeigen alle jüngeren Studien, dass sich bei einem großen Teil der Bevölkerung saisonal oder gar längerfristig ein gesundheitsgefährdender Vitamin-D-Mangel einstellt. Wissenschaftler sprechen inzwischen bereits von einem "epidemischen" Vitamin-D-Mangel.


Vitamin-D-Mangel nicht weit verbreitet

Ein weiterer verbreiteter Irrglaube ist, dass ein Vitamin-D-Mangel selten vorkommt. Studien zeigen jedoch, dass bis zu 80 % der Bevölkerung in unseren Breitengraden an einem Mangel leiden. Auch die Annahme, dass nur ältere Menschen davon betroffen sind, ist falsch. Ein Vitamin-D-Mangel kann Menschen jeden Alters betreffen, wie wir in unserem Vitamin-D-Mangel-Artikel anhand von zahlreichen Untersuchungen gezeigt haben.


Vitamin D ist toxisch

Darüber hinaus wird häufig behauptet, dass Vitamin-D-Supplemente gefährlich seien. Während extreme Überdosierungen problematisch sein können, hat Vitamin D eine sehr große therapeutische Breite. Eine möglichst tägliche Supplementierung von bis zu 5000 I.E./Tag ist bei gesunden Menschen in der Regel notwendig und als sicher einzustufen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zur Toxizität.


Vitamin D verursacht Nierensteine

Häufig wird die Fehlinformation verbreitet, dass Vitamin D Nierensteine verursache. Dennoch haben Studien gezeigt, dass Menschen mit Vitamin-D-Mangel viel eher zu Nierensteinen neigen. Weitere Infos dazu finden Sie in unserem Artikel zum Thema Nierensteine.


Fazit

Vitamin-D-Mangel ist nach wie vor weit verbreitet und kann in unseren Breitengraden nur durch gezielte Maßnahmen verhindert werden. Die Toxizität von Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmitteln spielt eine untergeordnete Rolle, und auch Nierensteine sind bei einer halbwegs normalen Supplementierung bis 5000 I.E./Tag praktisch kein Thema.
Lassen Sie sich von Mythen nicht verunsichern und achten und seien Sie kritisch bei fragwürdigen Gerüchten, die Sie davon abhalten sollen, Ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen.  

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Gesund und sicher Sonnen: Das müssen Sie beachten!

Gesund und sicher Sonnen: Das müssen Sie beachten!

Die Sonne ist die wichtigste Quelle für das lebensnotwendige Vitamin D, das unser Körper nicht nur für die Knochengesundheit sondern auch zur Unterstützung des Immunsystems und vieler weitere physiologische Vorgänge in unserem Körper benötigt. Doch wie können wir die Sonne genießen, ohne dabei unsere Gesundheit zu gefährden? In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Tipps und Hinweise für den richtigen Umgang mit der Sonne für Sie passend zur aktuellen Jahreszeit zusammengefasst.

Sonnenlicht ist die Hauptquelle für Vitamin D, das für viele Körperfunktionen essenziell ist. Eine von der WHO 2008 durchgeführte Studie zeigt, dass die UVR-Exposition nur geringfügig zur weltweiten Krankheitslast beiträgt und einen geschätzten jährlichen Verlust von 1,6 Millionen DALYs verursacht, d. h. 0,1 % der gesamten globalen Krankheitslast. Eine deutlich größere jährliche Krankheitslast, nämlich 3,3 Milliarden DALYs, könnte sich aus einer Verringerung der weltweiten UV-Exposition auf sehr niedrige Werte ergeben. Also eine um einen Faktor 2000 höhere Krankheitslast. Über die positiven Auswirkugnen eines regelrechten Vitamin D-Spiegel zw. 40 - 60 ng/ml können Sie sich auf unserer Homepage (www.sonnenallianz.de) umfassend informieren.

DAYL: Behinderungsbereinigte Lebensjahre (DALYs) sind ein Maß für die Gesamtbelastung durch Krankheiten, das Mortalität und Morbidität in einer einzigen Kennzahl zusammenfasst. Ein DALY steht für ein durch Krankheit, Behinderung oder frühen Tod verlorenes gesundes Lebensjahr.


Tipps zum sicheren und gesunden „Sonnen in der Sonne“!

1. Optimale Zeiten für die Vitamin D-Bildung

In Deutschland können Sie von Anfang April bis Ende September zwischen 11 und 15 Uhr am meisten Vitamin D produzieren. Je weiter Sie sich vom Sonnenhöchststand (21. Juni) entfernen, desto kürzer wird diese Zeitspanne und die Intensität der UV-B-Strahlung nimmt ab.

2. Dauer der Sonnenexposition

Je nach Hauttyp sind etwa 10 bis 30 Minuten in der Sonne ausreichend. Helle Hauttypen benötigen kürzere Zeit. Längeres Verweilen in der Sonne erhöht nicht die Vitamin D-Produktion, sondern nur das Risiko eines Sonnenbrands.

3. Ungeschützte Hautpartien

Lassen Sie mindestens Arme und Beine ungeschützt, um die Vitamin D-Synthese zu maximieren. Achten Sie darauf, dass der Himmel wolkenfrei ist, um die bestmögliche UV-B-Strahlung zu erhalten.

4. Sonnenbrand vermeiden

Vermeiden Sie Sonnenbrand und starke Hautrötungen, da dies eindeutige Signale der Überdosierung sind. Wenn Sie Sonnenschutzmittel verwenden, achten Sie auf einen kombinierten UV-A- und UV-B-Schutz.

5. Regelmäßige, mäßige Sonnenexposition

Sonnen Sie sich regelmäßig, aber mäßig. Nutzen Sie hilfreiche Tools wie den UV-Index auf Wetteronline und die kostenlose „dminder-App“ von OntoMetrics, um Ihre optimale Sonnenexpositionszeit zu ermitteln und Überdosierung zu vermeiden.

6. Vorsicht bei Medikamenteneinnahme

Eine Medikamenteneinnahme kann mit Nebenwirkungen verbunden sein, die durch UV-Exposition ausgelöst werden kann! Beachten Sie daher unbedingt mögliche phototoxische Nebenwirkungen (Beipackzettel).


Tipps für den Urlaub in der Sonne

  • Passen Sie Ihre Sonnen-Dauer an den Breitengrad Ihres Urlaubsortes an. Die UV-Strahlung ist intensiver, je näher Sie am Äquator sind.
  • Informieren Sie sich über den aktuellen UV-Index an Ihrem Urlaubsort.

Mit diesen Tipps können Sie die Sonne sicher und effektiv genießen. Denken Sie daran, dass maßvolle und gut informierte Sonnenexposition der Schlüssel zu einer gesunden Vitamin D-Bildung ist. Bleiben Sie informiert und genießen Sie die Sonne verantwortungsbewusst!

Quellenangabe:

  1. Lucas, R. M., Mcmichael, A. J., Armstrong, B. K., & Smith, W. T. (2008). Estimating the global disease burden due to ultraviolet radiation exposure. International Journal of Epidemiology, 37(3), 654-667. doi:10.1093/ije/dyn017

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Skurrile Irrtümer über Vitamin D auf dem Prüfstand

Skurrile Irrtümer über Vitamin D auf dem Prüfstand

Schlimme Nebenwirkungen, keine gesundheitsfördernde Wirkungen, keine Studien und alles nur "Lug und Betrug". Mit haarsträubenden Schlagzeilen und abstrusen Behauptungen soll dem Sonnenhormon wieder einmal der Garaus gemacht werden. Wir prüfen anhand der verfügbaren Fachliteratur, was an der neuen Anti-Vitamin-D-Kampagne dran ist und ob wir nun unsere Ansicht über Vitamin D grundlegend ändern müssen.

In seinen sogenannten „Fachinfos (1)“ fabuliert der Heilpraktiker Manfred Tuppek von einer skrupellosen Pharmaindustrie, die sich seit neuestem auf die Seite von Vitamin D geschlagen hätte und deswegen das Sonnenhormon bewerbe. Synthetisches Vitamin D wirke ganz anders als natürliches Vitamin D und schwäche das Immunsystem, es gäbe weder Langzeit- noch Interventionsstudien zum Thema Vitamin D und überhaupt sei es eine Lüge, dass Vitamin D-Supplemente positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hätten.
Wie so oft werden die Aussagen der immer kleiner werdenden Anti-Vitamin D-Fraktion zwar nicht mit wissenschaftlicher Literatur begründet, dafür aber mit umso mehr Meinung. Dabei widersprechen selbst die wenigen Quellenverweise dem Gesagten.


Folgende Irrtümer werden wir in diesem Artikel auf den Prüfstand stellen:

Keine Interventions-/RCT-Studien für Vitamin D vorhanden

Es gibt Unterschiede zw. „synthetischem“ und „natürlichem“ Vitamin D

Vitamin D verursacht Nebenwirkungen

Künstliches Vitamin D lagert sich in Mitochondrien ab und blockiert das körpereigene D-Hormon

Die Vitamin D-Zufuhr im Winter sei nicht notwendig

Eine Supplementierung mit Vitamin D ist unphysiologisch, verglichen mit der Ernährung

Vitamin D-Messungen kann man sich sparen, denn der Wert sagt nichts über die intrazelluläre Speicherung

Vitamin D in Nahrungsergänzungsmittel reduziert den körpereigenen Krebsschutz

Vitamin D blockiere die natürlichen Abwehrkräfte und schwächt das Immunsystem

Die Pharmaindustrie hat sich auf die Seite von Vitamin D geschlagen und macht nun Werbung für das Sonnenhormon


Irrtum: Keine Interventions-/RCT-Studien für Vitamin D vorhanden

Tatsächlich bestätigen Ergebnisse zahlreicher Interventionsstudien und RCT-Studien zum Thema Vitamin D die Erkenntnisse aus tausenden Assoziationsstudien, die auf eine gesundheitsfördernde Wirkung von Vitamin D hinweisen.

Unter den folgenden URLs sind zahlreiche Interventionsstudien, darunter viele doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studien, verständlich aufbereitet und mit entsprechenden Quellenangaben versehen:

https://sonnenallianz.dsgip.de/aussagekraeftige-studien/

https://sonnenallianz.dsgip.de/news/

Aufgrund unserer begrenzten Ressourcen stellen diese Sammlungen jedoch nur einen Bruchteil der verfügbaren RCT-Studien dar, deren Ergebnisse eindeutig zugunsten von Vitamin D ausfallen. Bis zum heutigen Tag ist uns keine regelrecht durchgeführte interventionsbasierte Vitamin D-Studie bekannt, deren Ergebnisse sich nicht klar für eine ausreichende und gute Vitamin D-Versorgung aussprachen.

Wie oben erwähnt, sind alleine auf unserer Homepage unter der Rubrik „Tatsachen und Behauptungen“ über 40 aussagekräftige Interventionsstudien mit eindeutigen Ergebnissen pro Vitamin D gelistet. Darunter befindet sich auch eine Subgruppenanalyse der, vom Autor zitierten VITAL-Studie (2). Bemerkenswert an der VITAL-Studie ist, dass sie unabhängig vom Körpergewicht der Probanden mit sehr niedrigen Dosierungen von nur 2000 I.E. durchgeführt wurde. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass auch die Kontrollgruppe bis zu 800 I.E. Vitamin D supplementieren durfte. Außerdem hatten die Probanden bereits zu Beginn der Studie Vitamin D-Spiegel von über 30 n/ml. Unter diesen Umständen war eigentlich kein großer Effekt von Vitamin D zu erwarten, und doch zeigen die Ergebnisse der Subgruppenanalyse von 25.871 Probanden Erstaunliches:

Bezogen auf tödliche und metastasierende Krebsverläufe wurde in der Subgruppenanalyse Folgendes festgestellt:

  • 17 % geringeres Risiko für Probanden der Vitamin D-Gruppe allgemein inkl. Übergewichtigen
  • 38 % geringeres Risiko für Probanden der Vitamin D-Gruppe mit normalem BMI von unter 25
  • Kaum Auswirkungen auf das Risiko von übergewichtigen Menschen

Die VITAL-Studie hat damit eindrucksvoll gezeigt, dass Vitamin D auch bei Menschen, die ausreichend mit dem Sonnenhormon versorgt sind, bereits in niedrigen Dosierungen einen Teil seines umfassenden Wirkprofils entfalten kann.

Die Untersuchung wurde, wie alle anderen Studien, in denen Vitamin D positive Wirkungen zeigt mit Nahrungsergänzungsmittel bzw. wie es der Autor nennt „synthetischem Vitamin D“ durchgeführt.


Irrtum: Es gibt Unterschiede zw. „synthetischem“ und „natürlichem“ Vitamin D

Der Autor bezeichnet Vitamin D, das aus UV-B-bestrahltem Lanolin bzw. dem darin enthaltenen Cholesterin gebildet wird, als „synthetisch“. Diese Interpretation ist jedoch sehr verwirrend, da auch das von ihm als „natürlich“ bezeichnete Vitamin in der Haut durch UV-Strahlung aus Cholesterol synthetisiert wird und demnach ebenfalls synthetischen Charakter aufweisen müsste.

Alle uns bekannten Interventionsstudien in sämtlichen Fachjournalen, wurden mit Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel durchgeführt und zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen auf diesen Weg bewiesen. Insbesondere in der Krebstherapie und -prophylaxe konnten - entgegen mancher Behauptungen - bahnbrechende Ergebnisse durch die Verabreichung von Vitamin D-Supplementen erzielt werden. Die Behauptung, "synthetisches" Vitamin D würde "natürliches" Vitamin D aus dem Körper verdrängen, ist daher gegenstandslos, da es praktisch keine Unterschiede und damit auch keine unterschiedlichen Messergebnisse geben kann.

Der einzige uns bekannte Unterschied besteht darin, dass UV-induziertes Vitamin D nicht überdosiert werden kann. Grund dafür ist ein biochemisches Gleichgewicht, das dafür sorgt, dass Prävitamin D bei zu hoher UV-Belastung durch die Sonne in die inaktiven Produkte Lumisterol und Tachysterol umgewandelt wird. Aber auch bei Nahrungsergänzungsmitteln müsste man extrem hohe Dosen Vitamin D über lange Zeiträume zu sich nehmen, um möglicherweise toxische Wirkungen zu erzielen.

Auch dazu haben wir einen eigenen Artikel verfasst, den Sie hier durch Klicken abrufen können!


Irrtum: Vitamin D verursacht Nebenwirkungen

Fakt ist: Bei Millionen von Probanden, die in Tausenden von Vitamin-D-Studien beobachtet wurden, hat Vitamin D in der Regel keine nennenswerten Nebenwirkungen verursacht. Solange Dosierungen von 5000 I.E. und Vitamin D-Spiegel von 90 ng/ml nicht langfristig über mehrere Monate überschritten werden, sind Nebenwirkungen bei gesunden Menschen, die keine der sehr seltenen Stoffwechselerkrankungen haben, praktisch kein Thema. Andernfalls wären sie auch bei längerem Sonnenbaden zu erwarten, bei dem in der Regel deutlich mehr Vitamin D gebildet als durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wird.


Irrtum: Künstliches Vitamin D lagert sich in Mitochondrien ab und blockiert das körpereigene D-Hormon

Vitamin D (Cholecalciferol) wird nicht in Zellen oder Mitochondrien, sondern in geringen Mengen im Gewebe abgelagert und in den Zellen zu Calcidiol und Calcitriol (Vitamin D-Hormon) verstoffwechselt. Die Arbeit „The Role of the Parent Compound Vitamin D with Respect to Metabolism and Function: Why Clinical Dose Intervals Can Affect Clinical Outcomes“ von Dr. med. Bruce W. Hollis, PhD, Professor für Pädiatrie und Molekularbiologie an der medizinischen Universität Charleston, South Carolina erklärt die biochemischen Vorgänge in allen Einzelheiten.

Die Ergebnisse dieser Studie, welche im „The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism„ veröffentlicht wurden, haben wir ebenfalls bei der SonnenAllianz in einem Artikel verarbeitet, der unter folgendem Link abrufbar ist: www.sonnenallianz.de/vitamin-d-stoffwechsel

Nach unserem Kenntnisstand gibt es keine wissenschaftliche Studie, die darauf hinweist, dass sich Vitamin D aus Nahrungsergänzungsmitteln anders verhält als UV-induziertes Vitamin D.


Irrtum: Die Vitamin D-Zufuhr im Winter sei nicht notwendig / Die Halbwertzeit der zellulären Speicherung von Vitamin D beträgt über 200 Tage

Obwohl der Autor besagter Aussagen einräumt, dass eine zelluläre Speicherung von Vitamin D labortechnisch nicht messbar ist, vertritt er die exklusive Meinung, dass dort für 200 Tage lang Vitamin D gespeichert wird.
Wie bereits erwähnt, wird Vitamin D in der Zelle weder gespeichert noch angereichert, sondern verbraucht. Im Fettgewebe werden zwar geringe Mengen über längere Zeiträume gespeichert, diese reichen aber für einen physiologischen Stoffwechsel bei weitem nicht aus.

Die Halbwertszeit von zirkulierendem Vitamin D, das an ein Bindungsprotein gebunden ist (Speicherform), beträgt ca. 3 Wochen. Für ungebundenes bzw. freies Vitamin D beträgt die Halbwertszeit ca. 24 h. Letzteres ist für die volle Entfaltung des Wirkprofils wichtig, weshalb wir eine tägliche Zufuhr von Vitamin D empfehlen.

Ein niedriger Vitamin D-Spiegel im Blut geht mit einer Vielzahl von Erkrankungen einher. Eine Übersicht über die verschiedenen Krankheitsbilder und deren Zusammenhang mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln finden Sie unter folgender URL:  www.sonnenallianz.de/sonne-und-gesundheit/vitamin-d-und/

Für weiterführende Informationen zum Thema Stoffwechsel verweisen wir auf die bereits zitierte Arbeit (01) von Dr. Hollis.


Irrtum: Eine Supplementierung mit Vitamin D ist unphysiologisch, da große Mengen an Nahrungsmitteln aufgenommen werden müssen

Die Hauptquelle für Vitamin D ist die Sonne und nicht die Ernährung. In der Haut können bei optimalen Bedingungen täglich bis zu 20.000 – 25.000 I.E. Vitamin D in der Haut produziert werden, was vollkommen natürlich ist. Mit Lebensmittel können diese Dosierungen bei weitem nicht erreicht werden, was jedoch nicht bedeutet, dass die genannten Dosierungen unphysiologisch sind. Das Problem des modernen Lebensstils besteht darin, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D durch die Sonne unter anderem wegen folgender Faktoren unterbunden wird:

  • vermehrten Aufenthalt in geschlossenen Räumen (keine UV-Strahlung)
  • Sonnenschutzcremen (blockiert UV-B-Strahlung)
  • Zeitmangel (kein Sonnenbaden)
  • Medikamete (Vitamin D-Räuber)
  • der Angst vor der Sonne

Irrtum: Vitamin D-Messungen kann man sich sparen, da sie nicht über den intrazellulären Speicher berücksichtigt

Bei den meisten Studien, die nach den gängigen wissenschaftlichen Standards durchgeführt wurden, konnte ein inverser Zusammenhang zwischen steigenden Vitamin D-Spiegeln und sinkenden Inzidenzen, Risiken, Symptomen usw. festgestellt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Vitamin D durch UV-Strahlung oder durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wurde.

Tausende Studien befassen sich mit Vitamin D auf Grundlage des 25(OH)D-Spiegels im Blut. Uns ist keine seriöse Studie bekannt, in der sich auf den „intrazellulären Speicherwert“ bezogen wird.

Die Messung des Vitamin D-Spiegels (25(OH)D = Calcidiol) im Blut ist die entscheidende Maßnahme, um eine Aussage über die Versorgung treffen zu können.

Weiterhin wird behauptet, dass die Messung des aktiven Vitamin D-Hormons (1,25(OH)D) für eine bessere notwendig sei. Auch dies ist falsch, da das Vitamin D-Hormon sehr starken Schwankungen unterliegt und daher für die Bestimmung der Vitamin D-Versorgung eher ungeeignet ist.


Irrtum: Vitamin D in Nahrungsergänzungsmittel reduziert den körpereigenen Krebsschutz

Beispielgebend werden im Folgenden drei RCT-Studien widergegeben, die das Gegenteil des genannten Irrtums belegen. Die folgenden Untersuchungen wurden ausschließlich mit „synthetischem Vitamin D“ durchgeführt.

Im Rahmen einer im Jahr 2018 an irischen Frauen im Alter von 50 bis 80 Jahren durchgeführten Studie konnte nachgewiesen werden, dass eine Supplementation von Vitamin D bei Patientinnen mit der Diagnose „invasiver Brustkrebs” zu einer deutlichen Verbesserung des Krankheitsverlaufs führt. Von den insgesamt 5417 Patientinnen erhielten 2581 (49 %) nach der Diagnose erstmals Vitamin D. Bei den Patientinnen, die das Sonnenhormon innerhalb von sechs Monaten verabreicht bekamen, konnte eine Reduzierung der Mortalität um 49 % festgestellt werden (3).

Zwar war das Hauptziel einer weiteren Untersuchung nicht die Karzinomentstehung, sondern die Entwicklung einer Osteoporose, als sekundäres Ziel wurde jedoch die Häufigkeit der Entstehung bösartiger Tumore in den untersuchten Gruppen miteinander verglichen.

Die Auswertung der Daten ergab, dass das allgemeine Tumorrisiko in der Gruppe, die mit 1.100 I.E. Vitamin D täglich über vier Jahre lang behandelt worden war, eindeutig niedriger lag als in der Kontrollgruppe. Das relative Risiko, unter dieser Vitamin D-Zufuhr einen bösartigen Tumor zu entwickeln, betrug nur noch 40 %. Bereits diese Aussage ist beachtlich! Wurden jedoch diejenigen Karzinome ausgeschlossen, die bereits im ersten Jahre auftraten und damit wahrscheinlich bereits zu Beginn der Behandlung vorhanden waren, ergab sich eine echte Sensation: Das relative Risiko sank um 77 % (4)!

Weiters beziehen wir uns auf eine Arbeit des deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Es handelt sich um eine Metaanalyse in Bezug auf die Bedeutung von Vitamin D bei der Entstehung von bösartigen Tumoren bei Menschen in Deutschland, die älter als 50 Jahre sind. Zusätzlich wurden die Kosten berechnet, die durch eine konsequente Supplementation mit Vitamin D für unser Gesundheitssystem eingespart werden könnten.

Die Berechnung ergab die beachtliche Zahl von nahezu 30.000 vermeidbaren Krebstoten pro Jahr und Einsparungen durch eine Vitamin D-Gabe in Höhe von rund 250 Millionen € pro Jahr! Diese Daten wurden in der internationalen Zeitschrift „Molecular Oncology” publiziert und erarbeitet von Wissenschaftlern des DKFZ, Deutschlands führendem staatlichen Krebsforschungsinstitut (5).

Daher ist diesen Zahlen wohl nichts mehr hinzuzufügen - außer vielleicht den letzten Satz der Zusammenfassung der Autoren selbst: „Unsere Ergebnisse unterstützen die Forderung nach einer allgemeinen Supplementation der älteren Bevölkerung mit Vitamin D, um sowohl die Krebssterblichkeit als auch die damit verbundenen Kosten wesentlich zu senken”.


Irrtum: Vitamin D blockiere die natürlichen Abwehrkräfte und schwächt das Immunsystem

Mehrere prospektiven Studien bestätigen die Wirkung von Vitamin D im Kampf gegen COVID-19 voll und ganz.

Von 76 Patienten, die positiv auf SARS-CoV-2 mittels PCR-Test getestet wurden, erhielten 50 am Tag der Aufnahme 20.000 I.E. Vitamin D (in Form von Calcidiol) und ca. die Hälfte der Dosis an Tag 3 und 7. Im Anschluss wurden ihnen einmal wöchentlich ca. 10.000 I.E. Vitamin D bis zur Entlassung verabreicht.

Ergebnis: Nur einer der Patienten, die mit Vitamin D versorgt wurden, musste auf die Intensivstation verlegt werden, also nur 2 Prozent. Von den 26 Patienten, die nicht mit Vitamin D versorgt wurden, waren es 13, also genau 50% (6)!

Von den mit Vitamin D behandelten Patienten starb keiner, alle wurden ohne Komplikationen entlassen. In der halb so großen Vergleichsgruppe ohne Vitamin D starben dagegen zwei Menschen.

Eine im Juni 2021 publizierte Kohortenstudie in der COVID-19-Station des Hospital del Mar in Barcelona mit 838 Covid-19-Patienten, belegt die bereits erwähnten Ergebnisse in größerem Umfang. Es handelt sich um 447 Patienten, die mit hohen Dosen (ca. 20.000 I.E. am Tag der Aufnahme und zusätzlichen, etwas geringer dosierten Gaben in den Tagen danach) behandelt wurden. Lediglich 20 Patienten, also nur 4,5%, landeten auf der Intensivstation. Von den 391 Patienten, die nicht mit Vitamin D behandelt wurden landeten 82 (21%) auf der Intensivstation. Mit anderen Worten:

Das Risiko, von der Covid-Station auf die Intensivstation verlegt zu werden, reduzierte sich durch die Verabreichung von Vitamin D um 84%! Auch das Risiko zu versterben wurde bei diesen Patienten, die frühzeitig mit Vitamin D behandelt wurden, um 79% reduziert (7).

Das Fazit der Autoren liest sich daher eindeutig:

“Bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, reduzierte die Behandlung mit dem Sonnenhormon signifikant sowohl  die Aufnahme auf die Intensivstation als auch die Sterblichkeit”.

Eine Systematische Übersichtsarbeit von 7 randomisierten, placebokontrollierte Doppelblindstudien zum Thema Vitamin D und Asthma kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Nach 4-12 Monaten Beobachtungsdauer unter Vitamin D-Gabe, konnte eine Risiko-Reduktion um 37 % für eine kortisonbedürftige Exazerbation (Verschlechterung) nachgewiesen werden. Die asthmabedingten Anfälle und die damit einhergehende Anzahl der Krankenhausaufenthalte konnte durch die Verabreichung von Vitamin D halbiert werden (8).

Randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie zum Thema Vitamin D-Supplementierung zur Vorbeugung von saisonaler Influenza A bei Schulkindern: Hierbei wurden 167 Schulkinder beobachtet, von denen die Hälfte mit 1200 I.E./Tag Vitamin D versorgt wurden. Als Resultat wurde eine Risikoreduktion um 64% für Influenza A und um 83% für Asthmaanfälle bei den Kindern festgestellt, die bis zu dieser Untersuchung noch keine anderen Vitamin D-Präparate eingenommen hatten (9).

Die zitierten Arbeiten geben nur einen kleinen Bruchteil der vorhandenen RCT-Studien zu den einzelnen Themen wider. Alle zitierten Studien basieren auf der Verabreichung von „synthetischem Vitamin D“ in Form von Cholecalciferol oder Calcifediol.


Irrtum: Die Pharmaindustrie hat sich auf die Seite von Vitamin D geschlagen und macht nun Werbung für das Sonnenhormon

Die Pharmaindustrie ist der größte Profiteur einer kranken Gesellschaft. Naturgemäß zeigt sie daher kein Interesse, die Menschen in Sachen Vitamin D aufzuklären. Vielmehr ist das Gegenteil offenkundig der Fall.
Vitamin D ist auf dem Markt zu einem sehr geringen Preis erhältlich. Eine Jahresration Vitamin D ist im Internet bereits um 25 € und teilweise noch günstiger zu haben und steht in keiner Relation zu patentierbaren Medikamenten, denn bspw. Krebsmedikamente kosten das hundert- und tausendfache.

Daher ist davon auszugehen, dass sich die Pharmaindustrie auch zukünftig nicht auf die Seite von Vitamin D und der Gesundheit schlagen wird. Dort, wo sie am Markt partizipieren kann, wird sie dies auch tun, weshalb sie auch Vitamin D verkauft. Um die Verhältnisse zw. dem Vitamin D-Markt und der Pharmaindustrie einordnen zu können, haben wir folgendes Diagramm erstellt.

Abb. 1: In der Abbildung werden die Umsätze der deutschen Pharma- und Nahrungsergänzungsmittelbranche im Jahr 2023 gegenübergestellt (10, 11). Der verschwindend kleine Balken für Vitamin D + A basiert auf den hochgerechneten Marktanteilen des gesamten Nahrungsergänzungsmittelsegments im Jahr 2018 (12).

Es ist auch eine Falschmeldung des Autors, dass Vitamin D nur von zwei Pharmafirmen in Deutschland hergestellt wird. Zum einen gibt es deutlich mehr Firmen, die Vitamin D gewissenhaft herstellen, zum anderen gehören die meisten Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln eben nicht zur Pharmaindustrie.


Fazit: Lassen Sie sich nicht von Falschmeldungen über Vitamin D verunsichern. Sie erkennen Falschmeldungen daran, dass sie zumeist nicht mit Primärquellen bzw. seriöse Studienergebnisse belegt werden können. Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen die gesundheitlichen Vorteile von Vitamin D, unabhängig davon, ob es als Nahrungsergänzung eingenommen oder durch UV-Strahlung produziert wurde. Vitamin D verursacht in angemessenen Dosen keine Nebenwirkungen, stärkt das Immunsystem und reduziert das Krebsrisiko. Die Pharmaindustrie zeigt kein Interesse an der Förderung von Vitamin D, da es ein kostengünstiges und weitverbreitetes Supplement ist.

Quellenangabe:

  1. https://www.heilpraktiker-tuppek.de/infos/2016/04/03/synthetisches-vitamin-d3-ist-gesundheitssch%C3%A4dlich!/
  2. Chandler PD; Chen WY; Ajala ON; Hazra A; Cook N; Bubes V; Lee IM; Giovannucci EL; Willett W; Buring JE; Manson JE; (n.d.). Effect of Vitamin D3 Supplements on Development of Advanced Cancer: A Secondary Analysis of the VITAL Randomized Clinical Trial. Retrieved December 23, 2020, from https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33206192/
  3. Madden JM, Murphy L et al (2018). De novo vitamin D supplement use post-diagnosis is associated with breast cancer survival. Breast Cancer Research and Treatment, 172(1), 179-190. DOI:10.1007/s10549-018-4896-6
  4. Lappe JM, Travers-Gustafson D et al (2007). Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: results of a randomized trial. In: The American journal of clinical nutrition 85 (6), S. 1586–1591
  5. Niedermaier, T., Gredner, T., Kuznia, S., Schöttker, B., Mons, U., & Brenner, H. (2021). Vitamin D supplementation to the older adult population in Germany has the cost‐saving potential of preventin almost 30,000 cancer deaths per year. Molecular Oncology. doi:10.1002/1878-0261.12924
  6. Castillo M et al. (2020). Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19: A Pilot Randomized Clinical study. Retrieved from https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960076020302764?via%3Dihub
  7. Xavier Nogues, Diana Ovejero, Marta Pineda-Moncusí, Roger Bouillon, Dolors Arenas, Julio Pascual, Anna Ribes, Robert Guerri-Fernandez, Judit Villar-Garcia, Abora Rial, Carme Gimenez-Argente, Maria Lourdes Cos, Jaime Rodriguez-Morera, Isabel Campodarve, José Manuel Quesada-Gomez, Natalia Garcia-Giralt, Calcifediol Treatment and COVID-19–Related Outcomes, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , Band 106, Ausgabe 10, Oktober 2021, Seiten e4017–e4027, https:// doi.org/10.1210/clinem/dgab405
  8. Martineau, A., Takeda, A., Nurmatov, U., Sheikh, A., & Griffiths, C. J. (2015); Vitamin D for the management of asthma. Cochrane Database of Systematic Reviews. doi:10.1002/14651858.cd011511.pub2
  9. Urashima, M., Segawa, T., Okazaki, M., Kurihara, M., Wada, Y., & Ida, H. (2010). Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in schoolchildren. The American Journal of Clinical Nutrition, 91(5), 1255-1260. doi:10.3945/ajcn.2009.29094
  10. Umsatz auf dem Pharmamarkt in Deutschland | Statista. (2024, 3. April). Statista. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158096/umfrage/pharma-gesamtmarkt-umsatzentwicklung-seit-2006/
  11. Mintel. (2024, 7. Februar). Nahrungsergänzungsmittel – Deutschland – 2023 : Consumer market research report : Mintel.com. Mintel Store Deutschland. https://store.mintel.com/de/reports/deutschland-vitamine-und-nahrungsergaenzungsmittel-markt-report
  12. IQVIA Commercial GmbH & Co. OHG. (2019). Jede fünfte Packung Nahrungsergänzungsmittel bestellen. In Trends Bei Nahrungsergänzungsmitteln Aus der Apotheke [Infografik]. https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/cese/germany/publikationen/infografik/trends-bei-nahrungserganzungs-mitteln-aus-der-apotheke.pdf?la=de-de&hash=A61DD0D65D6E275B756EA4ACBF7C76E1C2572E35&utm_medium=Email&utm_source=Presse&utm_campaign=Infografik-NEM-Apr2019

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Lebenselixier Sonne

Lebenselixier Sonne

Besonders in der dunklen Jahreszeit wird vielen bewusst, wie sehr das Wohlbefinden vom Licht abhängt: Etwa jedem Fünften setzen die winterliche Energielosigkeit und schlechte Laune so sehr zu, dass er ärztliche Hilfe sucht. Was jedoch kaum einer weiß: Licht ist weit mehr als nur ein Seelenschmeichler: Erst mit dem Sonnenlicht entwickelte sich auf unserem blauen Planeten das Leben. Es ist Energielieferant, biologischer Taktgeber und – in künstlicher Form – Treiber des menschlichen Fortschritts.

Wie jedoch in allen Lebensbereichen gilt auch hier: „Die Dosis macht das Gift“, wie der berühmte Arzt und Naturphilosoph Paracelsus schon vor hunderten Jahren richtig feststellte. Denn Licht ist nicht gleich Licht: Je nach Spektralzusammensetzung, Intensität und Zeitpunkt wirkt es heilend oder (zer)störend auf Leben.

„Licht ist ein Lebenselixier. Der Mensch ist nicht auf ein Leben im Dunkeln ausgerichtet. Würde man ihn völlig von jeglicher Lichtquelle abschirmen, würde er krank werden und sterben.“ – Univ. Prof Dr. Maximilian Moser vom Institut für Physiologie an der Medizinischen Universität Graz


Sonnenlicht: Evolutionstreiber und Taktgeber

Seit der Geburtsstunde der ersten Zelle auf der Erde gibt die Sonne den Takt des Lebens an. Deshalb macht es auch nur Sinn, dass sich der Stoffwechsel allen Lebens an diesen wiederkehrenden Rhythmus von Licht und Dunkelheit sowie an die wechselnden Lichtverhältnisse der Jahreszeiten durch evolutionäre Auslese angepasst hat.

Besonders gut zu beobachten ist diese Anpassung beim menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus: Trifft Licht auf unsere Augen, reagiert das Sehpigment Melanopsin auf unserer Netzhaut auf die unterschiedliche Lichtintensität – übrigens auch bei den meisten Erblindeten – und gibt diese Information über Zwischenstationen im Gehirn zur Zirbeldrüse weiter. Diese Drüse bremst daraufhin die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, wodurch wir wach und aktiv werden.

Wie eine innere Uhr dirigiert dieser Lichtwechsel von Tag und Nacht aber nicht nur den Schlaf, sondern gibt auch den Takt für zahlreiche andere Körperprozesse an: beispielsweise unser Herz-Kreislaufsystem über das Aktivierungshormon Noradrenalin oder die Libido über unsere Sexualhormone Östrogen und Testosteron. Über Sonnenlicht bildet unsere Haut das lebenswichtige Vitamin D – was eigentlich ein Hormon ist –, das unter anderem unser Immunsystem stärkt sowie Knochen und Zähne gesund hält. Selbst unsere Darmbakterien – verantwortlich für eine funktionierende Verstoffwechslung unserer Nahrung – wechselwirken mit Licht.

Damit dieser fein austarierte Stoffwechsel ordnungsgemäß funktioniert, muss unsere innere Uhr täglich „neu justiert“ werden. Evolutionärer Taktgeber dabei ist das Sonnenlicht mit seiner Tageszeit abhängigen Lichtintensität und wechselndem Farbspektrum. Man vermutet, dass der Mensch mindestens 1000 Lux Lichtstärke durchgehend am Tag braucht, damit die Taktung optimal auf 24 Stunden verläuft. An sonnigen Tagen kriegen wir 10.000 Lux ab und selbst an trüben Tagen sind es noch 5.000 Lux. In Innenräumen wie Büros kommt man – wenn man Glück hat – jedoch gerade einmal auf 500 Lux am Tag. Und wie ist es bei dir?

Das war ein kurzer Auszug aus dem informativen Gastbeitrag von dem Gesundheitsexperten Krystian Manthey. Klicken Sie hier, um den ganzen Artikel zu lesen!

Bild: JenkoAtaman /stock.adobe