Neue Daten zu Vitamin D und Herzgesundheit

Neue Daten zu Vitamin D und Herzgesundheit

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland und gelten als „Killer Nr. 1“. Die jüngste Bestandsaufnahme der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2018 verzeichnet 16 Millionen Tote zu Lasten dieser Erkrankungen. Die Symptome sind vielfältig und reichen vom einfachen Bluthochdruck über Herzinfarkt und Schlaganfall bis hin zur „Schaufensterkrankheit“, dem schmerzhaften Verschluss der Beingefäße, die das Gehen zur Qual werden lassen.

Erfreulicherweise spricht zunehmende wissenschaftliche Evidenz aus der Vitamin D-Forschung auch auf diesem Gebiet für die präventive Wirkung des Sonnenhormons.

Bereits im Herbst 2019 berichteten wir über die Längsschnittanalyse aus über 180.000 Patientenakten der englischen Datenbank für Grundversorgung. Zusammengefasst war daraus eine 71% höhere Wahrscheinlichkeit für die Manifestation einer Herz-Kreislauf-Erkrankung herauszulesen, wenn der Vitamin D-Spiegel besonders niedrig (< 9,24 ng/ml) war (1).

Im Dezember 2019 folgte eine weitere Metaanalyse aus 25 Studien mit 10.099 Patientendaten. Auch hier zeigte sich ein bis zu 44 % höheres Risiko für die Bildung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und eine um 54 % höhere Sterblichkeit bei schlechter Vitamin-D-Versorgung (2).

Im November 2021 wurden diese Beobachtungen erneut bestätigt. Die breite Metaanalyse aus 79 Studien mit insgesamt fast 1,4 Millionen Teilnehmern wurde in der namhaften internationalen Zeitschrift Nutrition, Metabolism & Cardiovascular Diseases Journal publiziert (3).

Ergebnisse: 

  • Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel war mit einem 34% höheren Risiko für ein Herz-Kreislauf-Erkrankung verbunden
  • Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel war mit einem 86% höheren Risiko für ein wiederkehrendes Herz-Kreislauf-Erkrankung verbunden
  • Jede Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels um 10 ng/ml, war mit einem um 6% reduzierten Inzidenzrisiko für nicht-tödliche Herzerkrankungen verbunden
  • Jede Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels um 10 ng/ml, war mit einem um 55% reduzierten Risiko für wiederkehrende tödlich Herzerkrankungen verbunden

Fazit: Vitamin D-Mangel ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Umgekehrt kann das Risiko einer solchen Erkrankung durch einen regelrechten Vitamin-D-Spiegel deutlich reduziert werden, wie inzwischen zahlreiche Untersuchungen belegen.

Literaturzitate:

  1. Crowe FL, Thayakaran R et al (2019). Non-linear associations of 25-hydroxyvitamin D concentrations with risk of cardiovascular disease and all-cause mortality: Results from The Health Improvement Network (THIN) database. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 195, 105480. DOI: 10.1016/j.jsbmb.2019.105480
  2. Gholami F, Moradi G et al (2019). The association between circulating 25-hydroxyvitamin D and cardiovascular diseases: a meta-analysis of prospective cohort studies. BMC Cardiovascular Disorders, 19(1). DOI: 10.1186/s12872-019-1236-7
  3. Jani, R., Mhaskar, K., Tsiampalis, T., Kassaw, N. A., González, M. M. & Panagiotakos, D. B. (2021). Circulating 25-hydroxy-vitamin D and the risk of cardiovascular diseases. Systematic review and meta-analysis of prospective cohort studies. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases, 31(12), 3282–3304. https://doi.org/10.1016/j.numecd.2021.09.003

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Der optimale Vitamin D-Spiegel – wie hoch sollte er sein?

Der optimale Vitamin D-Spiegel – wie hoch sollte er sein?

Anfang Februar 2022 erschien ein bemerkenswerter Artikel im Journal Nutrients. Diese kritische Betrachtung von Vitamin D-Forschungsergebnissen stand unter der Federführung von William B. Grant, PhD, einem guten Bekannten aus der Vitamin D-Forschung, der auch schon Teilnehmer einer der Kongresse der Akademie für Menschliche Medizin war. Für diese Arbeit versammelte er ein internationales Forscherteam aus Europa und Saudi-Arabien.

Der Artikel startet mit folgender Hammer-Aussage, die für uns zwar nichts Neues ist, aber das Thema Vitamin D nach wie vor zu einem der brisantesten Gesundheitsthemen machen:

Vitamin-D-Mangel ist der weltweit am häufigsten auftretende Nährstoffmangel, obwohl Vitamin D eine der am besten erforschten Substanzen ist. Trotz alledem ist ein Vitamin-D-Mangel (weniger als 20 ng/ml) sehr häufig und betrifft etwa die Hälfte der Weltbevölkerung.“

Ziel dieser Arbeit war es Antworten zu folgenden Fragen zu finden:

  1. Können wir einen Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Krebs, Diabetes mellitus Typ 2, Alzheimer sowie COVID-19 und einem niedrigen Vitamin D-Spiegel zeigen? (Anm.: Es wurden gezielt jene Erkrankungen ausgesucht, die die höchste Verbreitung bzw. Sterblichkeitsrate haben.)
  2. Wo liegen die Mindestwerte der Vitamin D-Spiegel, die wahrscheinlich diese Krankheitsbilder vermeiden?
  3. Wie hoch sollte eine Ergänzung mit Vitamin D sein, um in den wünschenswerten Bereich zu kommen?
  4. Welche Arten von Studien gibt es und wie ist deren Aussagekraft? Wo sind die Stärken und Grenzen der verschiedenen Studientypen?

Macht Vitamin D-Mangel krank und erhöht er die Sterblichkeit?

Dazu trugen die Forscher Daten aus 135 Quellen zusammen. Nicht ganz überraschend konnten sie für alle Krankheiten einen Zusammenhang von suboptimalen Vitamin D-Konzentrationen und erhöhter Krankheitshäufigkeit feststellen. Bei fast allen Meta-Analysen zeigte sich dieses auch für die Gesamtsterblichkeit. Also, die Sterblichkeit unabhängig von der Todesursache. Damit ist es für Vitamin D nahezu eindeutig nachgewiesen, dass es lebensverlängernd wirkt. Interessant dabei ist, dass die Vergleichsgruppen mit guten bzw. ausreichenden Blutspiegeln nur Werte von mehr als 30 bzw. 40 ng/ml haben mussten. Auch gegenüber diesen Werten zeigten sich bei Menschen mit niedrigen Spiegeln von 20 oder 10 ng/ml deutlich häufiger die verschiedenen Krankheiten.

Wie hoch sollte der Vitamin-D-Spiegel mindestens sein?

Am interessantesten für uns und wahrscheinlich auch für Sie sind die Antworten auf die Frage Nr. 2.

Dazu haben die Forscher freundlicherweise eine Tabelle erstellt, die die Ergebnisse übersichtlich darstellt und die wir Ihnen hier zeigen.

Die dargestellten Werte der Vitamin D-Konzentration (3. Spalte) stehen für die Schwelle zwischen eindeutigem Krankheitsbeitrag und wahrscheinlichem Krankheitsschutz. Diese reichen von 25 ng/ml bis 60 ng/ml. Alle diese Konzentrationen liegen über dem vom Institute of Medicine, USA, empfohlenen Wert von 20 ng/ml, der allein auf dem Bedarf für die Knochengesundheit beruht. Die Zahlen zeigen klar, dass ein Wert von weniger als 30 ng/ml nicht mit Gesundheit vereinbar sein kann. Ein Wert von mehr als 40 ng/ml sollte es schon sein, wobei wirklich ratsam ein Wert über 50 ng/ml ist. Immerhin vier Bereiche (Brustkrebs, SARS-CoV-2 Infektion, COVID-19 Sterblichkeit und Diabetes mellitus Typ 2) verlangen diesen Mindestwert, um auf der sicheren Seite zu sein.

Wie viel Vitamin D soll ergänzt werden?

Der Bereich der Vitamin D-Konzentration im Blut von 30-40 ng/ml könnte durch eine Ergänzung von 2000 bis 4000 I.E./Tag erreicht werden. Was notwendig ist, um höhere Blutspiegel zu erreichen, ist momentan nicht sicher zu sagen, da es leider zu wenig Daten gibt. Durch zwei Studien gibt es Fingerzeige: Eine kanadische Studie kam zum Schluss, dass es für Normalgewichtige mindestens 6000 I.E./Tag braucht, um einen Wert von mehr als 40 ng/ml zu erreichen. Übergewichtige benötigen hingegen 7000 – 8000 I.E./Tag für das gleiche Ergebnis. Interessant die Nebenbemerkung: Konzentrationen von bis zu 120 ng/ml gingen ohne Störungen des Kalziumhaushalts und jegliche Toxizität einher.

In einer anderen Studie nahmen ein Teil der Patienten 5000 I.E./Tag ein und erreichten nach 12 Monaten mittlere Vitamin-D-Konzentrationen von 65 ± 20 ng/ml. Ein andere Teil der Patienten, die 10.000 I.E./Tag einnahmen, kamen nach 12 Monaten auf durchschnittlich 100 ± 20 ng/ml. Keiner der Patienten mit Blutwerten von 40-155 ng/ml entwickelte Hyperkalzämie (zu hoher Blut-Kalziumspiegel), Nephrolithiasis (Nierensteine) oder andere Symptome einer Vitamin D-Toxizität als Folge der Vitamin D-Ergänzung.

William B. Grant merkt an, dass eine Erhöhung des Vitamin D-Blutspiegels nicht bei jedem die gleichen Auswirkungen haben muss und plädiert so auch für einen höheren Bereich. Nicht zuletzt sind Variationen aufgrund von Krankheit, ethnischer Herkunft, Alter und Geschlecht zu berücksichtigen. Was den Rat von Prof. Spitz bestätigt: Werte messen – ergänzen – messen.

Offizielle Aussage zur Sicherheit einer Vitamin D-Ergänzung

Das Institute of Medicine, USA, stellt fest, dass es keine Beweise dafür gibt, dass die Einnahme von bis zu 10.000 I.E./Tag Vitamin D irgendwelche nachteiligen Auswirkungen hat, legte aber aus Sorge um die Sicherheit den oberen tolerierbaren Wert auf 4000 I.E./Tag fest.


Fazit: Die allgemeine Erkenntnis aus dieser Arbeit ist, dass die optimale Vitamin D-Konzentration zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden bei über 30 ng/ml (75 nmol/L) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Gesamtmortalität liegt, während die Schwellenwerte für andere spezielle Krankheitsbereiche bei 40 oder 50 ng/ml zu liegen scheinen. Rat der Forscher: Der effizienteste Weg, diese Konzentrationen zu erreichen, ist eine Vitamin D-Ergänzung.

Dieser Beitrag wurde von Michael Göhner verfasst.

Literaturzitate:

  1. Grant WB, Al Anouti F, Boucher BJ, Dursun E, Gezen-Ak D, Jude EB, Karonova T, Pludowski P. A Narrative Review of the Evidence for Variations in Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentration Thresholds for Optimal Health. Nutrients. 2022; 14(3):639. https://doi.org/10.3390/nu14030639

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Auch in Asien: Vitamin-D-Mangel bedingt Erkrankung und Sterblichkeit an COVID-19

Auch in Asien: Vitamin-D-Mangel bedingt Erkrankung und Sterblichkeit an COVID-19

Forscher aus Sri Lanka und Indien haben die Zahlen analysiert, die zu Vitamin-D-Mangel und zur Erkrankung und Sterblichkeit an COVID-19 in 24 asiatischen Ländern vorliegen. Ziel war es zu prüfen, ob ein Zusammenhang erkennbar ist. Ergebnis: Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zur Rolle von Vitamin D als krankheitsfördernden Faktor (bei Mangel) und auch als Krankheitsschutz (bei guter Versorgung).

Zusammenfassung:

Die drei Haupterkenntnisse der Auswertung zum Zusammenhang von Vitamin D mit der Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken oder daran zu sterben sind:

  • Je mehr Menschen in einem Land Vitamin-D-Mangel hatten, desto mehr Menschen waren von einer COVID-19-Infektion betroffen oder starben sogar daran.
  • Wenn man Faktoren wie ein höheres Alter, starkes Übergewicht sowie Diabetes hinzunimmt ist der Zusammenhang noch deutlicher, d.h. diese Faktoren begünstigen Erkrankung und Tod.
  • Je höher der durchschnittliche Vitamin-D-Spiegel in einem Land ist, desto weniger häufig sind COVID-19-Infektionen und -Sterblichkeit (unter Berücksichtigung der obigen Faktoren).

Für die Studie wurden die Daten zu COVID-19-Infektionen und -Sterblichkeit von der Internetseite Worldometer verwendet. Die Informationen zur Vitamin-D-Versorgung in den verschiedenen Ländern wurden per Literaturrecherche (PubMed und Google Scholar) zusammengetragen. Die Analyse der Daten wurde mit mehreren statistischen Methoden ausgeführt.

Aus unserer Sicht sind die ermittelten Ergebnisse ein weiterer Beleg für die Funktion von Vitamin D als einer der Big Player in unserem Immunsystem. Auch wenn man es hätte vermuten können, es ist nicht nur in Europa so, sondern auch in Asien und wie andere Studien zeigen auf der ganzen Welt.

Auffällig bei den Einzeldaten sind die starken Differenzen beim Vitamin-D-Mangel bzw. der Vitamin-D-Versorgung in asiatischen Ländern. Während in Vietnam offiziell nur 2% der Menschen einen Vitamin-D-Mangel haben, sind es in Oman und Kuwait über 80% (die Vermutung liegt nahe, dass dies auch an Bekleidungsvorschriften und einer zunehmenden Tätigkeit in Innenräumen liegt). Die meisten Länder liegen im Bereich zwischen 50 und 75%. Nicht verwunderlich ist, dass Vietnam bei der Vitamin-D-Versorgung der Spitzenreiter mit 34 ng/ml (84 nmol/l) ist. Hierbei liegen die meisten Länder zwischen 16 und 24 ng/ml (40 und 60 nmol/l). Interessant ist die Tatsache, dass kein Land einen niedrigeren durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel als 13 ng/ml (32 nmol/l) hat und sieben Länder einen Spiegel von 20 ng/ml (50 nmol/l) und mehr haben.

Wer einen genaueren Blick auf die Diagramme wirft, kann erkennen, dass die Häufigkeiten von COVID-19-Infektionen und -Sterblichkeit bei einem Vitamin-D-Spiegel von 20 ng/ml (50 nmol/l) und niedriger deutlich ansteigen. Das trifft auch die Türkei, die bei Zahlen von nur 17 ng/ml (42 nmol/l) und einer Verbreitung von Vitamin-D-Mangel von 65% sehr schlecht da steht und zu den Spitzenreitern bei Infektionen und Todesfällen zählt.

Umgekehrt spiegeln sich die Zahlen für einen niedrigen durchschnittlichen Vitamin-D-Spiegel in einer hohen Quote von Vitamin-D-Mangel in einem Land wieder, was die vorherigen Daten bestätigt.

Fazit: Wer gesund durch die COVID-Zeit kommen will sollte seinen Vitamin-D-Spiegel kennen oder regelmäßig genug Vitamin D einnehmen. Der Zielwert sollte mindestens 40 ng/ml betragen.

Dieser Beitrag wurde von Michael Göhner verfasst

Literaturzitate:

  1. Jayawardena, R., Jeyakumar, D. T., Francis, T. V. & Misra, A. (2021). Impact of the vitamin D deficiency on COVID-19 infection and mortality in Asian countries. Diabetes & Metabolic Syndrome: Clinical Research & Reviews, May-Jun 2021;15(3):757-764. doi: 10.1016/j.dsx.2021.03.006.

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Vitamin D schützt vor und hilft bei Diabetes und seinen Folgeschäden

Vitamin D schützt vor und hilft bei Diabetes und seinen Folgeschäden

Weltweit leiden zu Beginn der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts 463 Millionen Menschen an einem Diabetes. Bis zu 90 % der Neu-Erkrankungen könnten durch einen gesünderen Lebensstil verhindert werden. Ein wichtiger und vor allem leicht umzusetzender Faktor für einen gesünderen Lebensstil ist es, seinen Vitamin D-Spiegel zu optimieren. Denn neue Studien zeigen: Vitamin D hilft Diabetes zu vermeiden und reduziert Folgeschäden.

Vitamin D-Spiegel von >50 ng/ml mit 71% geringerem Risiko verbunden

An einer Studie, die Ende 2020 veröffentlicht wurde, nahmen 2423 Prädiabetiker teil. Sie erhielten täglich 4000 I.E. Vitamin D, um zu untersuchen, ob dies das Risiko für Typ-2-Diabetes verringern würde.
Ergebnis: Jede Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels um 10 ng/ml reduzierte das Risiko für Typ-2-Diabetes um 25%. Bei denjenigen, die Vitamin-D-Spiegel von >50 ng/ml erreichen, sank das Risiko sogar um 71%.

Schlussfolgerung der Studienautoren: "Die tägliche Vitamin D-Supplementierung zur Aufrechterhaltung eines Vitamin D-Spiegels von 40 ng/ml ist ein vielversprechender Ansatz zur Reduzierung des Diabetesrisikos bei Erwachsenen mit Prädiabetes (1)."


Vitamin D hilft auch bei der Behandlung diabetischer Folgeschäden

Sogar dann, wenn zu viel Zucker im Blut bereits zu Schädigungen geführt hat, kann Vitamin D helfen, sofern es in ausreichender Dosierung verabreicht wird. Wenn dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel das Nervensystem angreifen, nennt man diesen Folgeschaden “diabetische Neuropathie”.

Das Forscherteam um den Wissenschaftler R. Pinzon konnte durch eine achtwöchige Gabe von 5000 I.E. Vitamin D beachtliche Erfolge im Verlauf dieser diabetischen Folgeerkrankung erzielen. An der  kontrollierten randomisierten Studie, die im Dezember 2021 veröffentlicht wurde, nahmen 68 Patienten mit diabetischer Neuropathie teil, von denen die Hälfte ausschließlich mit einer Standardtherapie und die andere Hälfte zusätzlich mit Vitamin D versorgt wurden.

Ergebnis: In der Vitamin D-Gruppe verbesserten sich die Bewertungen nach der “Visuellen Analogskala” (VAS) mit -3,34 Punkten signifikant mehr als in der Vergleichsgruppe (-2,37).
Der symptomatische brennende Schmerz reduzierte sich in der Vitamin D-Gruppe auf 1,76 im Vergleich zu 6,18. Die Stimmung verbesserte sich um 88,2%, in der Vergleichsgruppe nur  um 70,6%.

Schlussfolgerung der Autoren: "Die Zugabe von oralem Vitamin D 5000 I.E. zur Standardbehandlung verbessert Schmerzen, Stimmung und Vitamin-D-Spiegel signifikant effektiver als die Standardbehandlung alleine bei Patienten mit diabetischer Neuropathie (2)."


Vitamin D im Jugendalter verhindert Diabetes im Alter

Und auch im neuen Jahr gibt es neue Erkenntnisse in Sachen Diabetes. In einer kürzlich publizierten Analyse aus dem Januar 2022 wird erwogen, die iranische Jugend flächendeckend mit Vitamin D zu versorgen.
In einem nationalen Gesundheitsprogramm, bei dem über eine Millionen Gymnasiasten für neun Monate mit 50.000 I.E. Vitamin D/Monat versorgt wurden, stellte sich heraus, dass damit das Risiko im Erwachsenenalter an Diabetes zu erkranken drastisch reduziert wird.

Konkret schlussfolgert das Wissenschaftlerteam: “Basierend auf den Ergebnissen könnte das nationale Vitamin D-Supplementationsprogramm für iranische Jugendliche eine kosteneffektive Strategie sein, um das Diabetesrisiko im Erwachsenenalter zu reduzieren. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre eine Vitamin D-Supplementierung, insbesondere bei Jugendlichen mit Vitamin D-Mangel, sinnvoll (03).”

Literaturzitate:

  1. Dawson-Hughes, B., Staten, M. A., Knowler, W. C., Nelson, J., Vickery, E. M., LeBlanc, E. S., Neff, L. M., Park, J. & Pittas, A. G. (2020). Intratrial Exposure to Vitamin D and New-Onset Diabetes Among Adults With Prediabetes: A Secondary Analysis From the Vitamin D and Type 2 Diabetes (D2d) Study. Diabetes Care, 43(12), 2916–2922. https://doi.org/10.2337/dc20-1765
  2. Pinzon, R. T., Wijaya, V. O. & Veronica, V. (2021). The Benefits of Add-on Therapy of Vitamin D 5000 IU to the Vitamin D Levels and Symptoms in Diabetic Neuropathy Patients: A Randomized Clinical Trial. Journal of Pain Research, Volume 14, 3865–3875. https://doi.org/10.2147/jpr.s341862
  3. Zandieh, N., Hemami, M. R., Darvishi, A., Hasheminejad, S. M., Abdollahi, Z., Zarei, M. & Heshmat, R. (2022). Economic evaluation of a national vitamin D supplementation program among Iranian adolescents for the prevention of adulthood type 2 diabetes mellitus. BMC Complementary Medicine and Therapies, 22(1). https://doi.org/10.1186/s12906-021-03474-0

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Vitamin D – das Fundament im Kampf gegen COVID-19

Vitamin D – das Fundament im Kampf gegen COVID-19

Vitamin D ist und bleibt ein scharfes Schwert im Kampf gegen verschiedenste Infektionserkrankungen wie COVID-19, Grippe und Tuberkulose. Die Studienergebnisse zu Vitamin D sind überwiegend eindeutig positiv, Nebenwirkungen oder Risiken sucht man im Gegensatz zu vielen allgemein propagierten Behandlungsmethoden vergebens. Denn es handelt sich beim Sonnenhormon um eine Substanz, die jeder Zelle in unserem Körper bekannt ist und das gilt auch für unser Immunsystem

Im Juni 2021 wurde auf der geriatrischen COVID-19-Station des Hospital del Mar in Barcelona eine Studie durchgeführt, deren Ergebnisse sich so eindeutig für eine Verwendung von Vitamin D aussprechen, wie selten zuvor. Veröffentlicht wurde diese Studie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. Von 930 Patienten, die mittels PCR-Test positiv auf SARS-COV-2 getestet wurden, versorgte man 447 mit hohen Bolusdosen Vitamin D in Form von Calcifediol.

Calcifediol ist ein hydroxyliertes Vitamin-D-Derivat, welches etwa 3,2-fach stärker wirkt als herkömmliches Cholecalciferol, wie es bei ausreichend Sonnenschein auf der Haut gebildet oder in Nahrungsergänzungsmitteln beigemengt wird.

Das Behandlungsprotokoll sah wie folgt aus:

Tag 1:
Verabreichung von 532 μg Calcifediol - entspricht ca. 68.100 I.E. herkömmliches Vitamin D (Cholecalciferol)

Tag 3, 7, 15, 30:
Verabreichung von 266 μg Calcifediol - entspricht ca. 34.000 I.E herkömmliches Vitamin D (Cholecalciferol)

Ergebnisse:

  • Von 447 Patienten, die ab Aufnahme mit hohen Dosen Calcifediol behandelt wurden, benötigten 20, also nur 4,5% die Intensivstation. Von den 391 Patienten, die nicht mit Vitamin D behandelt wurden, landeten 82 bzw. 21% auf der Intensivstation. In anderen Worten: Das Risiko von der COVID-19-Station auf die Intensivstation verlegt zu werden, reduzierte sich bei Patienten, die mit Vitamin D supplementiert wurden, um 87%!
  • Das Risiko zu versterben war bei Patienten, die frühzeitig mit Vitamin D behandelt wurden, um 79% geringer.
  • Bezogen auf die Vitamin D-Konzentration im Blut waren Patienten mit einem Vitamin D-Spiegel von ≥ 20 ng/ml um 70% weniger von einer Aufnahme auf die Intensivstation betroffen.

Das Fazit der Autoren liest sich daher eindeutig: “Bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, reduzierte die Behandlung mit Calcifediol die Aufnahme auf die Intensivstation und die Sterblichkeit signifikant.”

Literaturzitate:

  1. Xavier Nogues, Diana Ovejero, Marta Pineda-Moncusí, Roger Bouillon, Dolors Arenas, Julio Pascual, Anna Ribes, Robert Guerri-Fernandez, Judit Villar-Garcia, Abora Rial, Carme Gimenez-Argente, Maria Lourdes Cos, Jaime Rodriguez-Morera, Isabel Campodarve, José Manuel Quesada-Gomez, Natalia Garcia-Giralt, Calcifediol Treatment and COVID-19–Related Outcomes, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , Band 106, Ausgabe 10, Oktober 2021, Seiten e4017–e4027, https:// doi.org/10.1210/clinem/dgab405

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Vitamin D + Omega 3 – eine starke Kombi gegen Depression, Angst und Stress

Vitamin D + Omega 3 – eine starke Kombi gegen Depression, Angst und Stress

Sowohl Vitamin D als auch Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Gehirns und des Nervensystems. Beide haben nachweislich positive Auswirkungen auf Depressionen, Stress, Angstzustände und Schlaf. Doch werden die Wirkungen durch eine kombinierte Anwendung beider Nährstoffe noch verstärkt?

 

Rajabi-Naeeni et al. (2021) ging in einer randomisierten kontrollierten Interventionsstudie (1) genau dieser Frage auf den Grund. 168 prädiabetische Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren und einem Vitamin-D-Spiegel von unter 32 ng/ml wurden dabei beobachtet. Alle Frauen hatten in den letzten 6 Monaten vor Studienbeginn keine Vitamin-D- oder Omega-3-Präparate eingenommen.

Die Probanden wurden in 4 Gruppen eingeteilt:

  • Placebo-Gruppe: erhielt nur Placebopräparate
  • Omega-3-Gruppe: erhielt 2g Omega-3-Fettsäuren täglich und Vitamin-D-Placebopräparate
  • Vitamin-D-Gruppe: erhielt alle 2 Wochen 50.000 I.E. Vitamin D und Omega-3-Placebos
  • Co-Gruppe: erhielt 2g Omega-3-Fettsäuren täglich und 50.000 I.E. Vitamin D alle 2 Wochen

Zu Beginn der Studie wurden der Nüchternblutzucker und der Vitamin-D-Spiegel gemessen. Die „Depression Anxiety Stress Scale-21“, ein Fragebogen zur Erfassung von Belastung durch Depression, Angst und Stress, wurde am Beginn der Studie erhoben.

Der „Pittsburgh Sleep Quality Index“, ein Fragebogen zur Erfassung der Schlafqualität, wurde von den Teilnehmern zu Beginn und am Ende der Intervention ausgefüllt.

Ergebnis (siehe Abb.1):

Bei der Placebogruppe konnten keine signifikanten Veränderungen festgestellt werden.

Vitamin D und Omega 3 jeweils einzeln verabreicht, verbesserten die Zustände bei Depression, Angstzuständen, Stress und Schlafqualität signifikant. Vitamin D alleine reduzierte die Depressionswerte zum Beispiel um 2,11 Punkte.

Am meisten verbesserten sich die Werte, wenn beide Nährstoffe gemeinsam eingenommen wurden! So konnten die Werte für Depression, Angst, Stress und schlechter Schlafqualität drastisch reduziert werden.

Abb.1.: Die amerikanische GrassrootsHealt-Bewegung dokumentierte die Ergebnisse der Studie in diesem Diagramm, um die Effekte sichtbar zu machen.

Anzumerken ist allerdings, dass die Vitamin-D-Gabe vermutlich noch mehr Wirkung gezeigt hätte, wenn sie täglich in adäquaten Dosen verabreicht worden wäre anstelle von zwei-wöchentliche Gaben. Hier können Sie nachlesen, warum die tägliche Einnahme von Vitamin D am sinnvollsten ist >>

Fazit: Trotzdem ist das Ergebnis beeindruckend und spricht sich klar für eine Supplementierung von Vitamin-D- und Omega-3-Präparaten aus.

Literaturzitate:

  1. Rajabi‐Naeeni, M., Dolatian, M., Qorbani, M. & Vaezi, A. A. (2021). Effect of omega‐3 and vitamin D co‐supplementation on psychological distress in reproductive‐aged women with pre‐diabetes and hypovitaminosis D: A randomized controlled trial. Brain and Behavior. Published. https://doi.org/10.1002/brb3.2342

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Die wichtige Rolle von Vitamin D bei Covid-19

Die wichtige Rolle von Vitamin D bei Covid-19

Mit zunehmender Durchimpfungsrate verdeutlicht sich, dass die Covid-19-Impfstoffe nicht die erhoffte Sicherheit vor der Erkrankung bieten. Vitamin D ist alleine aber auch für bereits Geimpfte eine sichere Option ohne Nebenwirkungen. Zudem unterscheidet  das Sonnenhormon Vitamin D bei seiner Wirksamkeit auch nicht zwischen heutigen oder zukünftigen Virus-Mutanten.

Ein Review (1), der im Januar 2021 bei MDPI veröffentlicht wurde, setzt sich mit der Frage auseinander, ob eine optimale Sonneneinstrahlung oder Vitamin D-Zufuhr COVID-Symptome reduzieren können. Wir haben den Review auf deutsch zusammengefasst, aufbereitet und die wichtigsten Punkte herausgearbeitet. Einleitend stellen die australischen und südafrikanischen Autoren dabei folgende Punkte heraus:

Vitamin D hat mehrere biologische Funktionen im Körper, unter anderem folgende (2-4):

  • Kalziumhomöostase
  • Regulierung von über tausend Genen
  • Hemmung von unnatürlichem Zellwachstum (Zellproliferation)
  • Produktion von Angiotensin und Renin, welche maßgeblich Blutdruck und Wasserhaushalt steuern
  • Induktion von Insulin
  • Produktion von Makrophagen, antimikrobielle Peptiden (Cathelicidine und Defensine), die entscheidende Einflussfaktoren des Immunsystems sind.

So wirkt Vitamin D bei Atemwegserkrankungen wie COVID-19

Es ist bereits bekannt, dass Vitamin D eine Rolle bei der Hemmung von Infektionserkrankungen und Entzündungen spielt, darunter akute Atemwegsinfektionen und akutes Atemnotsyndrom.

Die Haupttodesursache bei COVID-19 und anderen Atemwegserkrankungen ist ein durch Lungenentzündungen ausgelöstes akutes Atemnotsyndrom. Dabei ist, wie schon oben erwähnt, das Renin-Angiotensin-System von großer Bedeutung. Vitamin D reguliert das Renin-Angiotensin-System, worüber wir schon an anderer Stelle berichteten, was zu einer Verringerung von Entzündungsreaktionen und einer Reduktion von akuten Atemnotsyndromen führt (5-7).

Vitamin D beeinflusst darüber hinaus viele Immunzellen direkt über deren Vitamin D-Rezeptoren (8, 9). Antigen-präsentierende Zellen wie beispielsweise Makrophagen und dendritische Zellen scheinen durch Vitamin D aktiviert zu werden (10). Bei Vitamin D-Mangel wird der erste Abwehrmechanismus des Immunsystems gegen Viren und andere respiratorischen Erkrankungen dadurch gestört.

Abgesehen von den Auswirkungen von COVID-19 verursachen allgemeine Infektionen der Atemwege jährlich ca. 2,8 Millionen Todesfälle (Zahl aus 2010) (11). Zahlreiche Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und dem möglichen Auftreten von Atemwegsinfektionen und akuten Atemnotsyndromen (12-17).

Eine Meta-Analyse aus 8 Beobachtungsstudien mit 21.000 Probanden ergab, dass Personen mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln von unter <20 ng/ml ein erhöhtes Risiko aufweisen, an Lungenentzündungen zu erkranken. Das generelle Risiko von Lungenschädigungen sowie der Reduktion der Lungenfunktion ist laut einer randomisierten Placebo-kontrollierten Studie deutlich höher bei Vitamin D-Mangel (18).

Auch bei der Influenza wurde die förderliche Wirkung eines angemessenen Vitamin D-Spiegels in vielen Studien bestätigt (19-22).


COVID-19 - Je höher der Vitamin D-Spiegel, desto geringer die Prävalenz

Zahlreiche Beobachtungsstudien verdeutlichen die offensichtliche Korrelation zwischen dem Vitamin D-Spiegel und der Häufigkeit von COVID-19-Erkrankungen bzw. positiven Testungen.

Carpagnano et al. (Poliklinik Bari, Italien) zeigten anhand von 42 Probanden, dass COVID-19-Patienten zu 81% an Vitamin D-Mangel leiden. Patienten mit akutem Vitamin D-Mangel von unter 10 ng/ml hatten nach 10 Tagen Krankenhausaufenthalt ein Sterberisiko von 50%. Lag der Vitamin D-Spiegel über 10 ng/ml, war das Sterberisiko auf 5%, also um den Faktor 10 reduziert (23).

Lau et al. führten eine ähnliche Studie in den USA durch. Auch in dieser wurde bei 84,6% der COVID-19-Patienten eine Vitamin D-Insuffizienz festgestellt (24).

Meltzer et al. fanden bei ihren Untersuchungen von 489 COVID-19-Patienten heraus, dass eine 1,7 mal höhere Ansteckungsgefahr besteht sich mit COVID-19 anzustecken, wenn ein Vitamin D-Mangel vorliegt (25).

D'Avolioet et al. unterteilten in einem Schweizer Krankenhaus Probanden mit positiven und negativen PCR-Test und ließen den mittleren Vitamin D-Wert bestimmen. Positiv Getestete hatten auch hierbei signifikant niedrigere mediane Vitamin D-Spiegel von 11,2 ng/ml, während negativ Getestete einen Spiegel von 24,6 ng/ml aufwiesen (26).

Forscher aus dem Vereinigtem Königreich kamen zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Dort betrugen die Vitamin D-Spiegel der Gesunden 20,8 ng/ml, jene der COVID-Erkrankten nur 10,8 ng/ml (27).

Auch in Israel zeigt eine Studie mit 7807 Teilnehmern eine signifikante Korrelation zwischen niedrigen Vitamin D-Spiegeln im Serum und der Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken (28).

In Deutschland zeigte sich ebenfalls, dass deutliche Zusammenhänge zwischen der Vitamin D-Versorgung, dem Schweregrad und der Sterblichkeit beim Coronavirus bestehen (29).


Vitamin D als COVID-19-Therapeutikum

Vitamin D hilft nicht nur bei der Prävention von Infektionserkrankungen wie COVID-19, sondern kann auch therapeutisch in höheren Dosen erfolgreich eingesetzt werden.

Die Kombination von Vitamin D + Magnesium + Vitamin B12 führte in eine Kohortenstudie mit 47 COVID-19-Patienten im Alter von > 50, zu einer signifikant besseren Krankheitsverlauf. Patienten die 1000. I.E. Vitamin D + 150 mg Magnesium + 500 mcg Vitamin B12 erhielten, benötigten nur zu 17% eine Sauerstoffgabe, während bei der Kontrollgruppe 61,5% diese Therapie aufgrund eines schlechten Verlaufes brauchten (30).

Auch die spanische Cordoba-Studie von Castello et al., die wir an anderer Stelle bereits aufbereitet haben, wird in dem Review zitiert. Dabei wurde gezeigt, dass nur 2% der COVID-19-Patienten die therapeutisches Vitamin D verabreicht bekamen, auf die Intensivstation mussten. Bei der Vergleichsgruppe, die kein Vitamin D bekam, waren es 50%, von denen 2 verstarben. Aus der Vitamin D-Gruppe hatten alle überlebt (31).

Die Forschergruppe um Annweiler et al. bestätigte diese Ergebnisse und führte eine prospektive Kohortenstudie mit 66 französischen Pflegeheimbewohnern durch. Dabei stellten sie fest, dass die Sterblichkeit mit Vitamin D von 55,5% auf 17,5% reduziert wurde (32).


Wichtig ist die tägliche Einnahme, Bolusdosen weniger wirksam!

Eine große Metaanalyse von 25 randomisierten kontrollierten Studien (11.321 Teilnehmer im Alter von 0 bis 95 Jahren) zeigte, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Risiko für akute Atemwegsinfektionen bei allen Teilnehmern um etwa 11 % senkte. Dabei wurde jedoch festgestellt, dass die Schutzwirkung mit 19% bei Patienten deutlich stärker war, wenn sie täglich Vitamin D einnahmen, als bei denjenigen die einmalige hohe Bolusdosen verabreicht bekamen.

Das Fazit aus dieser Studie: Vitamin D ist ein Schutzmittel gegen akute Atemwegsinfektionen und eine tägliche oder wöchentliche Supplementierung ist effektiver als einzelne Bolusdosen in großen Abständen (33).

Warum dem so ist und Vitamin D täglich eingenommen werden sollte, erfahren Sie in unserem dafür erstellten Artikel!


Gekürzte Schlussfolgerung der Autoren des Reviews:

Vitamin D ist unbestreitbar ein bedeutender Faktor für die allgemeine körperliche Gesundheit und von besonderem Interesse im Zusammenhang mit COVID-19. Es korreliert mit einer positiven Wirkung bei der Verringerung von Infektionen und Symptomen. Eine Hypovitaminose (ein Mangel) von Vitamin D kann zu vielen Erkrankungen wie Rachitis, Osteoporose, Osteomalazie, bestimmten Krebsarten, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und kann als wesentlicher Faktor bei der Entwicklung von Zytokinstürmen angesehen werden, die bei COVID-19-Patienten zu akuten Atemnotsyndromen führen. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Vitamin D Entzündungen bei COVID-Patienten reduzieren kann. Deshalb wird eine angemessene Sonnenexposition oder die Versorgung mit Vitamin D-Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen.

Literaturzitate:

  1. Abraham, J., Dowling, K. & Florentine, S. (2021). Can Optimum Solar Radiation Exposure or Supplemented Vitamin D Intake Reduce the Severity of COVID-19 Symptoms? International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(2), 740. https://doi.org/10.3390/ijerph18020740
  2. Bilezikian, J.P.; Bikle, D.; Hewison, M.; Lazaretti-Castro, M.; Formenti, A.M.; Gupta, A.; Madhavan, M.V.; Nair, N.; Babalyan, B.; Hutchings, N.; et al. Mechanisms IN endocrinology:vitamin D and COVID-19. Eur. J. Endocrinol. 2020183, R133–R147.
  3. Bergman, P. The link between vitamin D and Covid-19: Distinguishing facts from fiction. J. Intern. Med. 2020289, 131–133.
  4. Quesada-Gomez, J.M.; Castillo, M.E.; Bouillon, R. Vitamin D Receptor stimulation to reduce Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) in patients with Coronavirus SARS-CoV-2 infections: Revised Ms SBMB 2020_166. J. Steroid Biochem. Mol. Biol. 2020105719, 1–8.
  5. Kong, J.; Zhu, X.; Shi, Y.; Liu, T.; Chen, Y.; Bhan, I.; Zhao, Q.; Thadhani, R.; Li, Y.C. VDR attenuates acute lung injury by blocking the Ang 2-Tie-2 pathway and the renin-angiotensin system. Mol. Endocrinol. 201327, 2116–2125.
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  31. Entrenas Castillo, M.; Entrenas Costa, L.M.; Vaquero Barrios, J.M.; Alcala Diaz, J.F.; Miranda, J.L.; Bouillon, R.; Quesada Gomez, J.M. Effect of calcifediol treatment and best available therapy versus best available therapy on intensive care unit admission and mortality among patients hospitalized for COVID 19: A pilot randomized clinical study. J. Steroid Biochem. Mol. Biol. 2020203, 1–6.
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  33. Martineau, A.R.; Jolliffe, D.A.; Hooper, R.L.; Greenberg, L.; Aloia, J.F.; Bergman, P.; Dubnov-Raz, G.; Esposito, S.; Ganmaa, D.; Ginde, A.A.; et al. Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: Systematic review and meta-analysis of individual participant data. BMJ 2017356, i6583.

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NEU – Die Vitamin D-Infoblätter sind da

NEU – Die Vitamin D-Infoblätter sind da

Dass Vitamin D für nahezu alle relevanten Prozesse im Körper eine tragende Rolle spielt, wird glücklicherweise immer mehr Menschen bewusst. Damit häufen sich auch die Fragen zur richtigen Einnahme von Vitamin-D-Präparaten, zu Ko-Faktoren und zum idealen Vitamin-D-Spiegel. Alle relevanten Informationen für den schnellen Überblick haben wir auf unserem neuen Vitamin D-Infoblatt für Sie zusammengefasst. Diese Infoblatt steht allen Nutzern der SonnenAllianz in elektronischer Form kostenlos zur Verfügung.

Darüber hinaus stellt die Akademie für Menschliche Medizin im Rahmen einer Spendenaktion die neuen Vitamin D-Infoblätter in entsprechender Stückzahl auch in gedruckter Form zur Verfügung. Besonders nützlich hat sich das Einmaleins der Vitamin D-Versorgung auf der Rückseite erwiesen, das alle wichtigen Informationen in kurzer kompakter Form zusammenfasst.

Als Arzt, Therapeut oder Interessent können Sie, wenn Sie eine größere Auflage des gedruckten Infoblattes für Ihre Praxis, für einen Kongress oder einfach zum Verteilen benötigen, diese über die Teilnahme an der Spendenaktion der AMM unter folgendem Link anfordern:

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Für alle, die sich und ihr persönliches Umfeld eher auf dem digitalen Wege und über das gesprochene Wort mit wichtigen Informationen versorgen, erklärt Prof. Jörg Spitz dieses Wissen in einer aktuellen Videobotschaft anhand des Infoblattes:

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Vitamin D – auch bei Reizdarmsyndrom

Vitamin D – auch bei Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen und beeinträchtigt vermutlich weit mehr als die 11 Millionen diagnostizierten Patienten in Deutschland. Symptomatisch für RDS sind: Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Verstopfungen oder Bauchkrämpfe. Nach offiziellen Zahlen leiden auch ca. 5% der Kinder an dieser Erkrankung. Es zeichnet sich zunehmend ab, dass Vitamin D auch beim Darmgeschehen eine Schlüsselrolle einnimmt und bei der Behandlung von Darmerkrankungen wie RDS unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Der Umstand, dass Vitamin D bei RDS-Patienten in vergangenen Studien besonders niedrig war, nährte die Hoffnung, mit dem Sonnenhormon einen wichtigen Baustein in der Therapie gegen das Reizdarmsyndrom gefunden zu haben. Eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie aus dem Jahr 2018 (1) unterstützt diese These nachhaltig.

Dabei wurden 112 Jugendliche mit Reizdarmsyndrom und Vitamin D-Mangel nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen gleichen Alters und Geschlechts eingeteilt. Die erste Gruppe erhielt 6 Monate lang orales Vitamin D in einer Dosis von 2000 I.E. pro Tag, die andere Gruppe erhielt ein Placebo über den gleichen Zeitraum.

Gemessen wurde die Intensität der Symptomatik und die damit einhergehenden Einschränkungen der Lebensqualität mittels des sogenannten RDS-SSS- und RDS-QoL-Tests.

Der RDS-SSS: wird verwendet um die Krankheitsintensität zu ermitteln. Dabei werden von den Ärzten und Patienten die oben genannten Symptome bewertet. Je niedriger dieser Wert ist, umso besser.

Der RDS-QoL: wird verwendet um die Lebensqualität bzw. die Einschränkung dieser durch RDS zu ermitteln. Dabei beantworten die Patienten vorgegebene Fragen. Je höher das Testergebnis ausfällt, desto weniger Beeinträchtigung findet durch die Darm-Erkrankung statt.

Die Gesamtpunktzahl: errechnet sich aus dem RDS-SSS Wert und RDS-QoL-Wert. Auch hier ist eine höhere Gesamtpunktzahl ein gutes Zeichen.

Ergebnisse:

  • Der Vitamin D-Spiegel erhöhte sich in der Vitamin D-Gruppe von 17,2 ng/ml auf 39 ng/ml.
  • RDS-Patienten, die 6 Monate lang eine Vitamin-D-Supplementierung erhielten, zeigten eine signifikante Verbesserung des RDS-SSS-Wertes (Krankheitsintensität) von 239,3 auf 167,6.
  • Als Ausdruck einer deutlich besseren Lebensqualität, verbesserte sich der RDS-QoL-Wert von 59,2 auf 75,2.
  • Der Wert für die Gesamtbetrachtung aus Lebensqualität und Krankheitsintensität verbesserte sich von 23,8 auf 29.

Die Studienautoren vermuten die therapeutischen Effekte von Vitamin D unter anderem in seiner entzündungshemmenden, immunmodulierenden und antimikrobiellen Wirkung.

Das Fazit der Studienautoren lautet:

"Eine Vitamin-D-Supplementierung kann bei der Behandlung von Jugendlichen mit RDS und Vitamin D-Mangel wirksam sein."

Quellen:

  1. El Amrousy, D., Hassan, S., El Ashry, H., Yousef, M. & Hodeib, H. (2018). Vitamin D supplementation in adolescents with irritable bowel syndrome: Is it useful? A randomized controlled trial. Saudi Journal of Gastroenterology, 24(2), 109. https://doi.org/10.4103/sjg.sjg_438_17

Titelbildquelle:

Bild von Alicia Harper auf Pixabay

Vitamin D beschleunigt Genesung nach Covid-19-Erkrankung

In unserem Corona-Spezial haben wir schon mehrfach qualitativ hochwertige Arbeiten zitiert, die nachweisen, wie förderlich sich Vitamin D als Präventivmaßnahme gegen Infektionserkrankungen wie Covid-19 auswirkt. Auch die Mortalitätsrate beeinflusst Vitamin D im positiven Sinne wie kaum eine andere Substanz. Eine brandaktuelle Studie unterstreicht nun die Wirksamkeit des Sonnenhormons in Sachen Genesung.

Studie - Vitamin D beschleunigt Genesung bei leichten bis mittelschweren Covid-19-Erkrankungen signifikant

Insgesamt 69 SARS-CoV-2-positive Erwachsene, die wegen einer leichten bis mittelschweren Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, wurden in der Studie in 2 Gruppen eingeteilt und mit unterschiedlichen Vitamin-D-Dosierungen versorgt.

Die erste Gruppe bekam 5000 I.E. täglich oral verabreicht, die zweite Gruppe bekam nur 1000 I.E. Vitamin D.

Ergebnis: Laut Kaplan-Meier-Überlebensanalyse reduzierte sich die Genesungszeit für jene Gruppe, die höhere Vitamin-D-Dosen verabreicht bekam, in Bezug auf Husten von 9,1 auf 6,2 Tage, also um ca. 32%. Der für Erkältungskrankheiten übliche Geschmacksverlust kam durch die höhere Vitamin-D-Gabe nach 11,4 anstatt nach 16,9 Tagen wieder zurück.

Das Resümee der Studienautoren liest sich wie folgt:

Eine orale Vitamin-D3-Supplementierung mit 5000 I.E. täglich über 2 Wochen verkürzt die Zeit bis zur Erholung von Husten und gustatorischem Verlust der Sinneswahrnehmung bei Patienten mit suboptimalem Vitamin-D-Status (< 30 ng/ml im Serum) und leichten bis mittelschweren Covid-19-Symptomen. Die Anwendung von 5000 I.E. Vitamin D3 als adjuvante Therapie bei Covid-19-Patienten mit suboptimalem Vitamin-D-Status, auch für kurze Zeit, wird empfohlen.

Quellen:

  1. Sabico, S. (2021, 24. Juni). Effects of a 2-Week 5000 IU versus 1000 IU Vitamin D3 Supplementation on Recovery of Symptoms in Patients with Mild to Moderate Covid-19: A Randomized Clinical Trial. MDPI. https://www.mdpi.com/2072-6643/13/7/2170

Titelbildquelle: